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Erwerbe, 2015

31 Skizzen im Rahmen des Wettbewerbs Concours de Rome

Jean-Jacques HennerAdam und Eva finden den Leichnam Abels© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
"Warum gefällt uns eine schöne Skizze besser als ein schönes Gemälde? Weil sie lebendiger ist und weniger vorgefertigte Formen aufweist. [...] Die Skizze fesselt uns vielleicht so sehr, da sie unbestimmt ist und unserer Vorstellungskraft besonders viel Raum lässt, um alles zu sehen, was ihr beliebt".
Denis Diderot, Salon de 1767


Im Juni 2015 hat das Musée d'Orsay bei einer öffentlichen Veräußerung eine Reihe von 31 Skizzen erworben, die zwischen 1825 und 1861 im Rahmen des Wettbewerbs Concours de Rome zum Thema Historische Kompositionen oder Landschaften geschaffen wurden.

Der Prix de Rome wird jedes Jahr von der Kunstakademie verliehen und ermöglicht es dem besten Schüler der Kunsthochschule von Paris, seine Ausbildung im Zuge eines fünfjährigen Aufenthalts in der Villa Médicis in Rom, der Ewigen Stadt, zu vollenden.
Im Zuge der letzten Prüfung mussten die Teilnehmer eine gezeichnete und gemalte Skizze ihrer zukünftigen Komposition zum Thema Mythologie oder antike Geschichte ausführen, gefolgt von einem vollendeten großformatigen Gemälde (alle Werke werden heute in der Kunsthochschule Ecole nationale supérieure des Beaux Arts in Paris aufbewahrt).

Am Ende des Wettbewerbs war es üblich, dass die von der Jury ausgezeichneten Schüler aus dem Atelier des neoklassizistischen Malers François-Edouard Picot ihrem Lehrmeister die gemalte Skizze (oder eine Replik im selben Format) schenkten.
Diese Reihe umfasst 31 dieser Skizzen, die zwischen 1825 und 1861 von 21 seiner Schüler angefertigt wurden. So wie die Ateliers der Maler Heim, Cogniet und Delaroche zählte auch jenes von Picot zu den wichtigsten seiner Zeit. Aus ihm gingen einige große Meister der akademischen Malerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervor wie z.B. Achille Bénouville, William Bouguereau, Alexandre Cabanel, Jean-Jacques Henner, Jules-Eugène Lenepveu, Louis-Hector Leroux oder Emile Levy, die alle in dieser Gruppe vertreten sind.

Die Reihe dieser "Übungsskizzen" (Bruno Foucart), deren Kohärenz glücklicherweise gewahrt werden konnte, zeugt sowohl von den großen Leitlinien der akademischen Lehre in der Tradition von David (Komposition, Zeichnung, antike Modelle) als auch von den langsamen aber spürbaren Entwicklungen der historischen Malerei in Richtung der romantischen Dramatisierung oder raffinierten Details nach Vorbild von Ingres.

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