Musée d'Orsay: Fotografische Hängung

Fotografische Hängung

Die Fotografie im Musée d'Orsay

Zimmer 19, bis 29. April 2018

Anonym
 Portrait de deux soeurs jumelles [Porträt von zwei Zwillingsschwestern]
 Um 1850
 Daguerreotypie
 H. 21; B. 14,5 cm
AnonymPorträt von zwei Zwillingsschwestern© Musée d'Orsay, dist. RMN / Patrice Schmidt
Das Musée d'Orsay führte als erstes Kunstmuseum eine Erwerbs- und Ausstellungspolitik im Bereich der historischen Fotografie durch und verfügt über eine umfangreiche Sammlung von mehr als 46.000 Fotografien (Originalabzüge größtenteils auf Papier, aber auch Daguerrotypien, Autochrom-Bilder, fotomechanische Abzüge, Negative...). Diese Sammlung, die ab 1979 ex nihilo geschaffen wurde, konnte bis heute ergänzend zu bestehenden öffentlichen Beständen über Käufe und Schenkungen angereichert werden, neben mehreren Deposita und von verschiedenen französischen Institutionen genehmigten Objektzuordnungen. In einem Zeitraum, der von der Erfindung des Mediums (offiziell auf 1839 festgelegt) bis ca. 1918 dauert, bietet sie einen exemplarischen Blick auf das Phänomen der Fotografie in seiner gesamten Vielfalt - amateurhafte oder professionelle Verfahren, unter Vermischung oder im Wechsel der künstlerischen, dokumentarischen, wissenschaftlichen geschäftlichen etc. Ambitionen.

Die besondere Vielfalt der Sammlung beruht zwar auf einer ausgewogenen Kombination aus wertvollen Meisterwerken und der historischen Repräsentativität der Verwendungen. Allerdings zeichnen sich einige wichtige Elemente ab, wenn es darum geht, ihre Identität zu erkennen.

Von den Daguerrotypisten bis zu den ersten Anwendern der Fotoverfahren auf Papier - zunächst wird die französische Fotografie der Jahre 1840/1850 umfassend präsentiert. Die internationale Ausrichtung des Museums rechtfertigte von Beginn an die Auseinandersetzung mit der ausländischen Produktion, insbesondere mit jener der angelsächsischen Länder. Der dritte Schwerpunkt rührt von der multidisziplinären Prägung der Institution her: Die Sammlung räumt der Amateurfotografie durch Künstler oder Schriftsteller einen besonderen Stellenwert ein und beleuchtet die vielfältigen Anwendungen des Mediums durch Maler, Bildhauer, Dekorateure oder Architekten u.a. durch den Erwerb von Fotobeständen, die sie als Inspirationsquellen angelegt oder gesammelt hatten.

Aufgrund der Lichtempfindlichkeit der Fotografien kann diese Sammlung nicht ständig gezeigt werden. Neben den großen Fotoausstellungen und multidisziplinären Veranstaltungen, bei denen sie regelmäßig präsentiert wird, kann sie im Museum im Rahmen periodischer Präsentationen im Abstand von 3 Monaten besichtigt werden.

Um die derzeit in diesem Saal präsentierte Auswahl anzuzeigen, klicken Sie bitte hier.

Kuratorin:

Thomas Galifot, Konservator für Fotografie im Musée d'Orsay

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