Der Bahnhof

La gare d'Orsay en cours de construction© Musée d'Orsay - Fonds Urphot - DR
Kurz vor der Weltausstellung 1900 überließ der Staat der Bahngesellschaft von Orléans das Grundstück, um auf Grund der abgelegenen Lage des Bahnhofs von Austerlitz an Stelle des Palais d'Orsay einen zentraleren Endbahnhof zu bauen. Die Gesellschaft beauftragte 1897 drei Architekten mit dem Entwurf: Lucien Magne, Emile Bénard und Victor Laloux. Angesichts der Lage in einem eleganten Viertel, in nächster Nähe des Palais du Louvre und der Ehrenlegion mussten die Pläne der Bewerber verschiedenen Kriterien gerecht werden: Eingliederung des Bahnhofs in die elegante Umgebung. 1898 entschied man sich für Victor Laloux, der gerade das Rathaus von Tours realisiert hatte.

Anonyme
 Sous le plancher métallique de la gare d'Orsay
 1899
 aristotype (épreuve au citrate)
 H. 11,9 ; L. 16,9 cm
 Paris musée d'Orsay, don de la SNCF, 1986
AnonymeSous le plancher métallique de la gare d'Orsay© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Bahnhof und Hotel wurden innerhalb von zwei Jahren errichtet und anlässlich der Weltausstellung am 14. Juli 1900 eingeweiht. Laloux verbarg die Metallstruktur des Bahnhofs unter einer stilistisch außergewöhnlichen Steinfassade. Die Innenausstattung war sehr modern: schräge Ebenen und Lastenaufzüge für das Gepäck, Aufzüge für die Reisenden, sechzehn Gleise im Untergeschoss, Empfangsschalter im Erdgeschoss, elektrischer Antrieb. Vor der Haupthalle von 32 m Höhe, 40 m Breite und 138 m Länge befand sich längs des Bahnsteigs eine Vorhalle und ein offener Vorbau.

Der Bahnhof von Orsay© Musée d'Orsay
Von 1900 bis 1939 wurde vom Orsay Bahnhof der Zugverkehr in den Südwesten Frankreichs abgewickelt. Das Bahnhofshotel wurde nicht nur von den Reisenden besucht, Vereine und politische Parteien organisierten hier ihre Tagungen und Bankette. Ab 1939 bediente der Bahnhof jedoch nur noch die Vororte, da die Bahnsteige auf Grund der elektrifizierten, immer länger werdenden Züge zu kurz geworden sind.

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