Zwischen Bahnhof und Museum

Während des Kriegs dient das Gebaüde als Versandzentrum für Pakete an Kriegsgefangene, dann als Aufnahmezentrum für die Überlebenden der Konzentrationslager, die 1945 heimkehren. In den unbenutzten Räumen werden Filme gedreht (unter anderem Der Prozess von Orson Welles, nach Kafka), die Truppe Renaud-Barrault richtet sich dort eine zeitlang am Ende der Halle ein und während der Bauarbeiten des Auktionshauses Drouot finden die Versteigerungen hier statt.

Das Hotel schloss am 1. Januar 1973 endgültig seine Toren. Zuvor war ihm eine wichtige historische Bedeutung zuteil geworden, als General De Gaulle in einer Pressekonferenz im Ballsaal des Hotels seine Rückkehr an die Macht ankündigte.

Projet Guillaume Gillet-René Coulon pour la construction d'un hôtel à l'emplacement de la gare
 (c) Musée d'Orsay - Fonds Urphot - droits réservés
Projekt Guillaume Gillet-René Coulon© Musée d'Orsay - Fonds Urphot - DR
Schon 1973 plante die Direktion der Museen Frankreichs im Bahnhof von Orsay ein Museum für alle Künste der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einzurichten. Der Abbruch scheint unvermeidbar, ein Hotelprojekt wird in Betracht gezogen, doch dank des auflebenden Interesses für das 19. Jahrhundert wird der Bahnhof am 8. März 1973 in das ergänzende Denkmalverzeichnis aufgenommen. Am 20. Oktober 1977 entschied der Ministerrat auf Initiative Präsidents Valéry Giscard d'Estaing, den Bahnhof von Orsay zu errichten. 1978 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und die öffentliche Einrichtung des Musée d'Orsay zur Leitung der Bauarbeiten und der Realisierung des Museums gegründet. Am 1. Dezember 1986 weihte Präsident Mitterrand das neue Museum ein und ab 9. Dezember öffnete es den Besuchern seine Tore.

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