Art Nouveau: Mitteleuropa, Nordeuropa, Skandinavien
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Art Nouveau: Mitteleuropa, Nordeuropa, Skandinavien


Musée d'Orsay. Pavillon Amont, niveau 3© Musée d'Orsay / Sophie Boegly
Im Zentrum des Art Nouveau steht die Neugestaltung des Lebensumfelds des Menschen. Zahlreiche Maler geben zeitweise oder vollständig ihre eigentliche Tätigkeit auf, um sich an diesem ambitiösen Unternehmen zu beteiligen. Auf der Suche nach einer nationalen Identität greift man auf alte Traditionen und Volkskunst zurück.

Der Jugendstil in Deutschland geht insbesondere auf einige junge Maler zurück. 1898 zählten Richard Riemerschmid, Peter Behrens, Bruno Paul und Bernhard Pankok zu den Mitgliedern der Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk in München. Durch ihre Produktion werden sie das deutsche Kunsthandwerk prägen. 1907 unterstützen die Mitglieder die Gründung des Deutschen Werkbunds, der das Zusammenwirken von Kunst und Industrie fördern soll. Großherzog Ernst Ludwig berief mehrere Maler an die neu gegründete Künstlerkolonie in Darmstadt. Mit der Leitung betraute er den Wiener Architekten Joseph Maria Olbrich. Der in Worpswede etablierte Heinrich Vogeler lieferte Entwürfe für Möbel, Einrichtungsgegenstände und Textilien.

Auf ihrer Suche nach neuen Formen und authentischem modernem Dekor, die nichts mit den Nachahmungen des Historismus gemein hatten, wandten sich zahlreiche Künstler dem traditionellen Kunsthandwerk ihres Landes zu. Die Rückbesinnung auf den nationalen Ursprung ist auch darin begründet, dass man die kulturelle Einmaligkeit herausstellen wollte. In Norwegen führte das wiedererweckte Interesse zur Neuentdeckung alter Wikinger-Insignien, in Finnland und Russland gründeten Aristokraten Werkstätten, in denen neue Entwürfe nach traditionellen Techniken hergestellt wurden.

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© Musée d'Orsay

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