Félix Duban
Architektonische Fantasie

Architektonische Fantasie im pompejanischen Stil
Félix Duban (1797-1870)
Architektonische Fantasie im pompejanischen Stil
1856
Bleistift und Aquarell
H. 38; B. 48 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Fantaisie architecturale en style pompéien [Architektonische Fantasie im pompejanischen Stil]


Die „Kompositionen“ Dubans erwecken erst anlässlich der posthumen Ausstellung, die ihm 1872 in der Ecole des Beaux-Arts gewidmet ist, die Bewunderung und die Rührung des Publikums. Diese dreißig Fantasien sind wahrhaftig eine Entdeckung, denn der Künstler hat sich seit seinen letzten Ausstellungen im Salon 1831 und 1833 dem schlechten Empfang der Kritik nicht mehr ausgesetzt.

Duban ist einer der ersten Architekten, die polychrome Skizzen von ihren Erhebungen der antiken Baukunst anfertigen. Er sendet diese von Rom aus, wo er sich, seit er dort 1823 den Grand Prix erhalten hat, aufhält. Er gehört zur Bewegung um Jacques Ignace Hittorff, welcher die Polychromie der antiken Bauwerke schon in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts entdeckt hat. Dieses feine Empfinden für Farben, die er auf poetische, intelligente und elegante Weise einsetzt, kommt auch in seinen architektonischen Schöpfungen in der Ecole des Beaux-Arts, im Schloss zu Dampierre, in Blois oder im Louvre zum Ausdruck.

Obwohl diese architektonischen Fantasien das antike Pompeji, die Grabmale von Etrurien, Rom und Florenz behandeln und bekannte architektonische Elemente thematisieren, lässt sich keinerlei belehrende Absicht feststellen. Das Fehlen menschlicher Gegenwart, bemalte Oberflächen und Wände, Amphoren und Vasen, Krater und Statuen, mit Brunnen geschmückte Gärten, bewaldete Hügel, die Silhouette des Vesuvs, alles trägt dazu bei, vom Leben in Pompeji einen sinnlichen, poetischen Eindruck zu geben und zeugt davon, dass der Architekt ebenfalls für die Malerei begabt war. Das Museum besitzt einige Werke des Künstlers: Innenansicht der Sainte-Chapelle, Dekorationsentwürfe für das Hôtel Galliera, eine Fantasie im etruskischen Stil und nicht zuletzt die außerordentliche Zeichnung Dubans, Toilettentisch der Gräfin von Parma.




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