Marcellin Varcollier
Die Caserne des Célestins

Die Caserne des Célestins in Paris, Vogelperspektive
Marcellin Varcollier (1829-1895)
Die Caserne des Célestins in Paris, Vogelperspektive
1877
Feder und Tinte, Aquarell auf Pauspapier
H. 49,4; B. 85 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Caserne des Célestins à Paris, vue prise à vol d'oiseau [Die Caserne des Célestins in Paris, Vogelperspektive]


Marcellin Varcollier, ein Schüler von Victor Baltard und eine recht einflussreiche Persönlichkeit der Pariser Baubehörde (er war 1860 zum Direktor ernannt worden), war schon sehr jung in die Stadtverwaltung von Paris eingetreten und wurde 1863 zum Architekten der Stadt ernannt. In dieser Eigenschaft wird er damit beauftragt, einen Vorentwurf für den Wiederaufbau der Caserne des Célestins auszuarbeiten. Das Gebäude, das die Garde Républicaine beherbergt, war bis zur Revolution ein Kloster und wurde 1866 durch den Durchbruch des Boulevard Henri IV. zweigeteilt.

Dieses Projekt präsentiert die neue Kaserne und bietet auch eine wunderschöne Rundansicht von Paris von Montmartre bis zur Bastille. Varcollier plant den Wiederaufbau der Kaserne im Bereich des Ostflügels des ehemaligen Klosters. Das neue Gebäude muss etwas zurückgesetzt stehen, damit die Geschlossenheit des Bauwerks gewahrt wird und Belästigungen in Grenzen gehalten werden. Dieses Prinzip sollte der Stadt ermöglichen, diese Parzelle bis auf den Boulevard auszudehnen, wodurch ein Teil der Arbeiten finanziert würde. Doch die Militärbehörden lehnen dies aus hygienischen Gründen ab: aufgrund des Abstands zu den Gebäuden entlang des Boulevards wird keine ausreichende Belüftung und Beleuchtung gewährleistet.
In der Folge wird der Architekt weitere Projekte entwerfen, von denen jedoch keines verwirklicht wird. Der Wiederaufbau der Kaserne wird bis zur Ausschreibung eines Wettbewerbs 1889 verschoben. Als Gewinner geht Jacques Hermant hervor.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter