Jules Rischmann
Entwurf einer Villa am Seine-Ufer

Entwurf einer Villa am Seine-Ufer
Jules Rischmann (1844 -après 1900)
Entwurf einer Villa am Seine-Ufer
1887
Tinte und Aquarell
H. 75; B. 48 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Projet de villa sur les bords de la Seine [Entwurf einer Villa am Seine-Ufer]


Parallel zu seiner glänzenden Karriere als offizieller Architekt der Verwaltung zeichnet sich Jules Rischmann auch mit Privatbauten aus, wofür nachstehendes Projekt von 1887 ein beredtes Zeugnis ablegt.
Das Anwesen, das am Seine-Ufer errichtet werden sollte, besticht durch die Vermischung verschiedener Stilelemente. Während das Hauptgebäude die wesentlichen Prinzipien eines Sommerhauses aufweist, die Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Schloss von Champs-sur-Marne aufgestellt worden waren (Lageplan und Rotunde auf den Garten), besteht der Flügel, der einen Bruch in der Symmetrie der Fassade darstellt, aus polychromen Backsteinen und hölzernem Fachwerk in regionalistischem Stil.

Man könnte meinen, Rischmann habe ein älteres Gebäude vergrößern sollen oder dass er bewusst ein ungleichartiges Bauwerk errichtet, indem er zwei unterschiedliche Stile vermischt (vermutlich hatten sie eine jeweils andere Funktion, der eine Teil war für Empfänge bestimmt und der andere für die Arbeit, Überlegung und Lektüre).
Abgesehen der ein wenig ungeschickten perspektivischen Darstellung wollte der Architekt mit dieser Aquarellzeichnung, auf der kleine Figuren zu sehen sind und die die ansprechende Lage am Seine-Ufer schildert, gewiss seinen Kunden von dem Projekt überzeugen. Der Entwurf illustriert, wie beliebt der regionalistische Stil war und wie groß in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Nachfrage nach Sommerhäusern um Paris herum war. Auch die Gemälde der Impressionisten zeugen von diesem Phänomen.




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