Adolphe Alphand
Entwurf für den artesischen Brunnen

Entwurf eines gusseisernen Turmes für den artesischen Brunnen von Passy
Adolphe Alphand (1817-1891), Jean Darcel (1823-? après 1902), Emile Reiber (1826-1893)
Entwurf eines gusseisernen Turmes für den artesischen Brunnen von Passy
1857
Aquarell und weiße Gouacheaufträge
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Projet de tour en fonte pour le puits artésien de Passy [Entwurf eines gusseisernen Turmes für den artesischen Brunnen von Passy]


Die Seen des Bois de Boulogne erhalten ihr Wasser aus artesischen Brunnen der umliegenden Stadtviertel. Der Brunnen des Square Lamartine, auch Passybrunnen genannt, wurde ab 1855 gegraben und man fasste den Bau eines Steigrohres ins Auge, welches das heraufsprudelnde Wasser auffangen sollte. Alphonse Alphand und Jean Darcel, zwei Ingenieure der Stadt Paris, entwarfen dafür einen gusseisernen Turm nach einem schon existierenden Modell, das sich damals Place de Breteuil befand. Emile Reiber, Architekt und Zeichner, führte das Projekt 1857 aus.

Dieses Rohr, dessen Bau sich schließlich als unnötig erwies, sollte dafür sorgen, dass das Wasser mit gleichmäßigem Druck in die Leitungen floss. Außer dem Hauptrohr in der Mitte sollte es noch Überlaufrohre geben, die aus Wartungs- und Sicherheitsgründen leicht zugänglich sein mussten. Der Entwurf sieht also eine elegante Wendeltreppe aus Eisen und Gusseisen vor. Das Ganze wird von einem zwiebelförmigen Aufsatz überdacht und vor der Witterung geschützt. Die Zeichnung lässt erkennen, dass die Seitenwände verglast sein sollten. Die etwas hervorstehenden Dachbalken evozieren japanische Dächer, welche Reiber besonders liebte. Am unteren Teil des Turms sprudelt wie in einem klassischen Nymphäum an drei Stellen das Wasser zwischen Felsen hervor. Es fließt auch aus einigen runden Öffnungen, die an die Salinen von Ledoux in Arc et Senans (Departement Doubs) erinnern. Der ganze Turm soll sich in einer malerischen Landschaft befinden; die dichte Vegetation im Hintergrund, in der man eine Ruine vermutet, lädt zu einem Besuch ein. Der Spaziergänger gelangt über eine der beiden Treppen am Fuß des Turms dorthin. Über der wunderbaren Ausführung der Zeichnung vergisst man, dass es sich hier ursprünglich um ein technisches Projekt handelt.




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