Alphonse Crépinet
Entwurf für die Neue Oper

Neue Oper, perspektivische Ansicht. Projekt für den Wettbewerb für den Bau der Neuen Oper von Paris, der 1860 eröffnet wurde
Alphonse-Nicolas Crépinet (1826-1892)
Neue Oper, perspektivische Ansicht. Projekt für den Wettbewerb für den Bau der Neuen Oper von Paris, der 1860 eröffnet wurde
1861
Bleigriffel und Aquarell
H. 51; B. 69 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Projet pour le Nouvel Opéra, vue perspective [Entwurf für die Neue Oper, perspektivische Ansicht]


Der Wettbewerb, den Napoleon 1860 für die neue Oper in Paris veranstaltete, ist berühmt geworden. Auf Anraten Viollet-le-Ducs organisierte der Staat, zum ersten Mal seit zwanzig Jahren, ein Auswahlverfahren zwischen mehreren Kandidaten. Der glückliche Gewinner war ein damals völlig unbekannter Architekt namens Charles Garnier. Bei diesem, als gemeinnützig anerkannten Wettbewerb, ging es darum, die Oper in der Rue Le Peletier zu ersetzen, da diese als zu klein und den Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprechend empfunden wurde. Besonders die Notausgänge und die Passiermöglichkeit der umliegenden Straßen waren ungenügend. 171 Entwürfe wurden vorgelegt! Das Projekt von Alphonse-Nicolas Crépinet und Alphonse Botrel kam auf den zweiten Platz und der Architekt signierte es nach der Bekanntmachung der Ergebnisse, um es zu einem Musterbeispiel zu machen.

Diese Zeichnung wurde von der Kritik als zu streng betrachtet, vielleicht weil sie zu harmonisch ist. Eine elegante doppelreihige Säulengalerie empfängt den Zuschauer, der das konvexe Gebäude durch einen geraden, mit einem gerundeten Doppelgiebel versehenen Vorbau betritt. Der zweite Teil des Gebäudes, auf der perspektivischen Zeichnung gut zu sehen, ist rechteckig und für Bühne und Zuschauerraum bestimmt. Der letzte, verschiedenen Nebenräumen gewidmete Teil, ist kleiner, abgerundet und auf der Zeichnung kaum zu sehen. Die Einflüsse entstammen ganz deutlich der klassischen Antike (Säulen, Arkaden, Giebel), sowie der italienischen Architektur (Loggien, Giebelfenster und Skulpturgruppen). Crépinet hatte im Vorjahr gerade an einem Wettbewerb für das Grabmal Napoleons I. teilgenommen, in der Folge arbeitete er auch an dem Projekt der Komischen Oper mit.




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