Jean-Camille Formigé
Entwurf für ein Denkmal zur Erinnerung an das Föderationsfest

Projekt für ein Denkmal für die Vereinigung
Jean-Camille Formigé (1845-1926)
Projekt für ein Denkmal für die Vereinigung
1885
Bleistift, Bleigriffel, Aquarell
H. 66; B. 103 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Projet de monument de la Fédération [Entwurf für ein Denkmal zur Erinnerung an das Föderationsfest]


In Zusammenhang mit dem hundertjährigen Jubiläums der französischen Revolution entwirft Formigé ein Denkmal zur Erinnerung an das berühmte Föderationsfest vom 14. Juli 1790. Die Zeremonie fand am Jahrestag der Erstürmung der Bastille auf dem Marsfeld in Gegenwart von König Ludwig XVI. statt. Alle Gesellschaftsschichten strömten aus sämtlichen Provinzen Frankreichs zusammen, um das Fest der Freiheit und der Rechte des französischen Volkes vor dem Hintergrund der für diesen Anlass geschaffenen Dekorationen zu zelebrieren. Formigés Monument war selbstverständlich für das Marsfeld bestimmt.

Der Künstler, der aufgrund seiner Ausbildung an der Ecole des Arts décoratifs auf ornamentale Kunst spezialisiert war, entwirft einen reizvollen runden Tempel, eine Art Tholos, der auf einer riesigen, von einer Balustrade umsäumten Plattform steht, die große, geflügelte Allegorien und Posaune spielende Reiterstatuen von Renommée zieren. Die Kuppel bekrönen Allegorien der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Merkwürdigerweise erinnert das Bauwerk eher an jene verrückten Bauten, die im 18. Jahrhundert die Gärten der Adeligen schmückten, als an die neuklassizistischen, nüchternen Projekte der Revolutionszeit. Doch Formigé verändert durch seinen eindrucksvollen Maßstab vollkommen die Proportionen und sein eklektischer Dekor entspricht ganz dem Stil seiner Zeit.




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