Jacques Ignace Hittorff
Innenansicht einer antiken Basilika

Innenansicht einer antiken rekonstruierten Basilika
Jacques Ignace Hittorff (1792-1867)
Innenansicht einer antiken rekonstruierten Basilika
Undatiert
Bleigriffel, Feder und schwarze Tinte, Aquarell auf Papier (aufgeklebt)
H. 58,3; B. 82,3 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Vue de l'intérieure d'une basilique antique restituée [Innenansicht einer rekonstruierten antiken Basilika


Hittorff fertigte zahlreiche archäologische Rekonstruktionen an, bei denen er der antiken Polychromie große Bedeutung beimaß. Auch dieses großformatige Aquarell legt Zeugnis von den Farben des Bauwerks ab, doch dem Architekten geht es hier um einen anderen Aspekt, der eine weitere Begabung des Künstlers enthüllt.

Im Vordergrund steht nicht die archäologische Studie sondern die Erfindungsgabe des Architekten. Nach Art der Capriccii von Panini (1691-1765), imaginäre Visionen von antiken Ruinen, oder der Fantasien seines Freundes Félix Duban (1797-1870) bemüht sich Hittorf hier darum, eine Atmosphäre wiederzugeben. Er zeigt sein Talent als Maler und stellt in der Mitte der Basilika einen Zug von Liktoren dar, die den Auftritt eines römischen Magistrats ankünden.
Diese Studie leitete vermutlich eines seiner bedeutendsten Werke ein: die Kirche Saint-Vincent-de-Paul in Paris, deren Stil in der Tradition der paläochristlichen Basiliken steht. Der Seitenaufriss dieser „rekonstruierten” Basilika mit den zweigeschossigen Säulen und der verzierten Decke kündet jenes Bauwerk an.




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