Henry Provensal
Das Haus von Baumeister Solness

Das Haus von Baumeister Solness
Henry Provensal (1868-1934)
Das Haus von Baumeister Solness
1902
Öl auf Leinwand
H. 110; B. 91,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La maison de Solness le Constructeur [Das Haus von Baumeister Solness]


Das Projekt von Provensal, das 1903 in der Architekturabteilung der Ausstellung der Société nationale des Beaux-Arts präsentiert wird, sticht aus den pragmatischen Entwürfen seiner Kollegen hervor. Als Vorlage dient ihm hier Hendrik Ibsens Theaterstück Baumeister Solness aus dem Jahr 1892. Sein Haus von Solness entspricht dem düsteren, gequälten Temperament des Protagonisten, dessen Welt von der „Schwarzen Sonne der Melancholie” geprägt wird.

Auf Provensals Leinwand scheint das Haus, das sich über einem schwindelerregenden Abgrund erhebt, mit dem Berg zu verschmelzen. Das Bild mutet traumhaft, poetisch und mysteriös an. Der in Dunst und Wolken gehüllte Bau hebt sich „durch die hohen Fenster, die gleich einer Kirche durch blassgoldenes Licht erhellt werden”, von den Bergen ab. Sein Aussehen und die dekorativen Elemente erinnern an so manche zeitgenössischen Bauwerke der niederländischen Art Nouveau.

Das Werk illustriert Provensals Theorien, die 1904 in L'art de demain, vers l'harmonie intégrale veröffentlicht wurden. Seiner Ansicht nach sollte sich der Architekt „jenen entlegenen Bereichen zuwenden, wo sich die Wahrheit verliert und er sollte seinem Traum von Unendlichkeit Ausdruck verleihen, der im Grunde dem ganz natürlichen Bedürfnis nach Unsterblichkeit entspricht, das in jedem Menschen schlummert”. 1905 wurde Provensal zweiter Architekt der Rothschild-Stiftung, die Arbeiterwohnungen und Mietshäuser bauen ließ. Die berufliche Wirklichkeit war von Traum und Ideal weit entfernt.




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