Charles Garnier
Der Sankt-Clemens Kirche in Rom

Innenansicht der Sankt-Clemens Kirche in Rom
Charles Garnier (1825-1898)
Innenansicht der Sankt-Clemens Kirche in Rom
1849
Feder und schwarze Tinte, Aquarell
H. 26,2; B. 36,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Vue intérieure de l'église Saint-Clément à Rome [Innenansicht der Sankt-Clemens Kirche in Rom]


Charles Garnier ist der Preisträger des Grand Prix de Rome von 1848. Zu den Einsendungen, die er im Laufe seines fünfjährigen Aufenthalts in der Villa Medici im zweiten Jahr der Académie unterbreitet, gehört unter anderem auch dieser mit mittelalterlichen Denkmälern ausgeschmückte Vestatempel. Das Aquarell, das eine Innenansicht der im 12. Jahrhundert errichteten Oberkirche Sankt Clemens darstellt, ist in Zusammenhang mit den Studien mittelalterlicher Monumente zu sehen, die zu diesem Anlass aufgeführt wurden. Letztendlich wählt Garnier für seine Einsendung nicht dieses Bauwerk sondern Ansichten der Sankt Laurentius Kirche außerhalb der Stadtmauern (Rom) und San Miniato (Florenz), die von der Académie stark kritisiert werden.

Garnier gelingt es dank der Lichteffekte, den sakralen Charakter und das Mysterium des Ortes wiederzugeben. Man kann in der Apsis in der Mitte das wunderschöne Mosaik aus dem 12. Jahrhundert erkennen. Es zeigt auf einem golden schimmernden Hintergrund einen gekreuzigten Christus umgeben von den Voluten des Lebensbaums. Es ist bekannt, dass sich Garnier im Laufe seiner späteren Karriere mit der Mosaiktechnik befasste. Ein beredtes Zeugnis dafür ist die Oper von Paris, für deren Ausschmückung er eigens den Mosaikkünstler Gian Dominico Facchina (1826-1903) aus Venedig kommen ließ.




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