Alphonse Gosset
Längsschnitt einer Kirche

Längsschnitt einer Kirche
Alphonse Gosset (1835-1914)
Längsschnitt einer Kirche
1884
Bleistift, Feder und schwarze Tinte, Lavierung, Aquarell, weiße Gouache und Goldhöhungen
H. 81,4; B. 96,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Coupe longitudinale d'une église [Längsschnitt einer Kirche]


Alphonse Gosset ist in der Ecole des Beaux-Arts in Paris Schüler bei seinem Vater Pierre-Louis Gosset und bei Charles Questel. Anschließend lässt er sich in Reims nieder, wo er den Großteil der öffentlichen Gebäude wie das Postamt, das Hospiz, das Waisenhaus, Kirchen, Schulen, Hotels, Theater (Entwurf im Museum befindlich), Villen, Bauernhöfe, Schlösser, sowie die außerordentlichen Gebäude des Champagnerfabrikanten Pommery 1901 baut.

Diese schöne Zeichnung zeugt von der Forschungsarbeit des Architekten, der den Orient bereist, um dort religiöse und profane Bauwerke zu studieren. 1887 veröffentlicht er Anciennes églises et mosquées de Constantinople [Alte Kirchen und Moscheen Konstantinopels] und 1889 Les coupoles d'Orient et d'Occident [Die Kuppeln des Orient und des Okzident]. Diesem reich dekorierten Entwurf auf Goldgrund sieht man die Vorliebe des Architekten für die Kuppelbasilika und seine genaue Kenntnis dieser Bauweise an. Die große, zentrale Kuppel ruht auf niedrigeren Halbkuppelgewölben und alle Wände sind mit Dekorationen versehen, welche die Architektur unterstreichen: sternenübersäte Gewölbe, Heiligenprozessionen, „primitive“ Figuren, heben sich vom Goldgrund ab. Von 1898 bis 1900 wird in Reims die Sainte-Clotilde Kirche zum vierzehnhundertsten Jubiläum der Bekehrung von Clovis und den Franken im Jahr 496 gebaut. Hier setzt Gosset seine Kenntnisse ein. Alle dazugehörigen Skizzen befinden sich im Museum. Die wichtigste Inspirationsquelle für diese religiöse Architektur ist die Hagia Sophia in Konstantinopel (Istanbul). Die Restaurierungsarbeiten an diesem Denkmal führen zu neuen Einsichten und Studien, bringen die Gewölbe mit ihren großen Mosaikdekors auf goldenem Untergrund wieder in Mode und regen die Phantasie der europäischen Architekten an.




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