Henri Paul Nénot
Gambetta, Entwurf

Projekt für ein Denkmal zu Ehren Gambettas auf der Concorde-Brücke
Henri Paul Nénot (1853-1934)
Projekt für ein Denkmal zu Ehren Gambettas auf der Concorde-Brücke
1884
Aquarell, Feder und Tinte
H. 28; B. 69 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Christian Jean

Projet d'un monument à Gambetta sur le pont de la Concorde [Entwurf eines Denkmals zu Ehren von Gambetta auf der Concorde-Brücke]


Der 1838 geborene Léon Gambetta war ein herausragender Politiker, der als Gegner des Zweiten Kaiserreichs bekannt war, 1871 während der Verteidigung von Paris von sich reden machte und sich für die republikanischen Freiheitsrechte einsetzte. Sein frühzeitiger Tod im Dezember 1882 löst heftige Erschütterung aus. Schon nach kurzer Zeit beschließt man, dem Staatsmann ein Denkmal zu errichten. Im März 1883 werden dank einer Subskription, die mit der Unterstützung der Zeitung Le Temps veranstaltet wird, 350.000 Francs gesammelt. Im Januar 1884 wird ein Wettbewerb für alle Künstler ausgeschrieben. Die Forderungen sind minimal: Ort und Dimension des Werks sind den Künstlern frei gestellt. Es heißt nur, dass das Denkmal die Idee der „nationalen Verteidigung” und der „Gründung der Republik” versinnbildlichen soll.

Henri Paul Nénot schlägt vor, die Brücke der Concorde in der Mitte zu erweitern, um dort das Denkmal zu errichten: Die Statue von Gambetta steht symbolisch direkt gegenüber der Abgeordnetenkammer. Mehrere Kandidaten hatten im Übrigen die Idee, das Denkmal vor diesem Gebäude zu errichten. Nénots Monument ergänzt die Gestaltung der Brücke, die seit vielen Jahren Gegenstand heftiger Kontroversen ist: Während der Julimonarchie waren zwölf Statuen berühmter Persönlichkeiten entfernt worden, da sie für die Baustruktur der Brücke zu schwer waren.
Dank der wunderschönen Vogelperspektive fügt sich das Werk harmonisch in das Panorama von Paris ein. Die Ansicht erfasst die Türme der Kirche Saint-Clothilde, das Pantheon und Notre-Dame auf dem linken Seine-Ufer, skizziert den Louvre auf dem rechten Flussufer und zeigt die Brücken, die über die ruhig fließende Seine führen. Diese prächtige Zeichnung wird jedoch von keinem Kritiker des Wettbewerbs erwähnt. Nénot, der damals stark mit anderen Projekten beschäftigt ist (Universität Sorbonne, Denkmal für Viktor-Emmanuel II. in Rom), hat diesen Entwurf letztendlich vielleicht gar nicht präsentiert.




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