Léon Ginain
Notre-Dame-des-Champs, Projekt

Projekt für die Kirche Notre-Dame-des-Champs, Boulevard du Montparnasse in Paris (6. Arrondissement). Westfassade
Léon Ginain (1825-1898)
Projekt für die Kirche Notre-Dame-des-Champs, Boulevard du Montparnasse in Paris (6. Arrondissement). Westfassade
1864
Bleistift, Feder und Tinte, Lavierung
H. 66,7; B. 50 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Projekt für die Kirche Notre-Dame-des-Champs, Boulevard du Montparnasse in Paris (6. Arrondissement). Westfassade

Projet pour l'église Notre-Dame-des-Champs, boulevard du Montparnasse à Paris (6e). Façade ouest [Projekt für die Kirche Notre-Dame-des-Champs, Boulevard du Montparnasse in Paris (6. Arrondissement). Westfassade]


Baron Haussmann erneuerte nicht nur das Pariser Straßennetz, er ließ auch zahlreiche öffentliche Bauten in der Stadt errichten. Dazu gehören auch viele Kirchen wie beispielsweise Notre-Dame-des-Champs, deren Bau Léon Ginain, dem Architekten des 6. Arrondissements, anvertraut wird. Im Einklang mit dem Charakter des damals populären Viertels soll das Bauwerk jeglichen überflüssigen Dekors entbehren und mit geringen Mitteln ausgeführt werden. Der Architekt muss sich damit abfinden, dass das zur Verfügung stehende Budget im Laufe der Bauarbeiten sogar noch gekürzt wird.

Diese Zeichnung aus dem Jahr 1864, die als eine der ersten eingereicht wurde, zeichnet sich durch ihren neoromanischen Stil aus, der den bescheidenen Mitteln entspricht. Nach dem Erfolg der Neugotik greift die religiöse Architektur auf das frühe Mittelalter zurück. Dieselbe Tendenz tritt auch in der von Théodore Ballu in Paris erbauten Kirche Saint-Ambroise oder Saint-Pierre-de Montrouge von Emile Vaudremer zutage, die zur gleichen Zeit entstanden.
Aus einer anderen Zeichnung im Musée d'Orsay kann man ersehen, dass Ginain im folgenden Jahr den Entwurf für eine neue Fassade vorlegt. Es dominieren weiterhin romanische Stilelemente und sie wird nach wie vor von zwei Türmen flankiert, doch die Gliederung des mittleren Jochs wurde geändert und die sichtbaren Seitenschiffe sind verschwunden. Diese beiden Entwürf sind jedoch wesentlich komplexer als das endgültige Projekt.
Der Grundstein zu dem Bauwerk wird 1867 gelegt. Die Fassade der Kirche, die im November 1876 eingeweiht wird, weist anstelle der zwei Türme nur einen einzigen Glockenturm auf. In seinen Mémoires gibt Haussmann zu, dass Ginain angesichts „der Sparmaßnahmen [...] sein Projekt vereinfachen musste”.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter