Jules Deperthes
Ausstellungspalast

Projekt für einen Ausstellungspalast, Aufriss der Hauptfassade
Jules Deperthes (1864-1937)
Projekt für einen Ausstellungspalast, Aufriss der Hauptfassade
Um 1890
Feder und schwarze Tinte, schwarzer Bleistift und Aquarell auf Pauspapier
H. 39,3; B. 106 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Projet pour un palais d'expositions, élévation de la façade principale [Projekt für einen Ausstellungspalast, Aufriss der Hauptfassade]


Zuerst glaubte man, diese Zeichnung auf Pauspapier mit der Widmung „Meinem vorzüglichen Freund Varcollier”, die aus dem Bestand von Louis Varcollier stammt, der anlässlich der Weltausstellung 1900 an dem Wettbewerb für das Projekt des Petit Palais beteiligt gewesen war, sei ein Entwurf für den Palast der Schönen Künste. Jules Deperthes hatt tatsächlich mit seinem Vater Edouard an demselben Wettbewerb teilgenommen (5. Preis).
In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um eine Vorstudie für den Wettbewerb um den Rompreis 1892 mit dem Titel „Ein Artilleriemuseum”. Dieser Wettbewerb war der krönende Abschluss der Ecole des Beaux-arts und eröffnete den Architekten ausgezeichnete berufliche Perspektiven. In diesem Jahr gewann Emile Bertone den Ersten Preis, während der junge Jules Deperthes mit dem Zweiten Preis ausgezeichnet wurde.

Im Programm war vorgeschrieben: das Gebäude soll an der Uferstraße eines breiten Flusses stehen, sich durch seinen nüchternen Stil auszeichnen, über ein monumentales Eingangstor verfügen sowie über einen großen Platz, der durch Gräben von den Avenuen und der Uferstraße abgetrennt ist. Die Fassade weist die Architekturelemente auf, die ein wichtiges öffentliches Bauwerk charakterisieren: hohe Bogengänge, Eckpavillons, eine Vorhalle in der Mitte, eine Stützmauer verleihen dem Bau ein imposantes Aussehen.
Durch die großen Glasfenster und die Oberlichter, die das Metalldach überragen, um das Tageslicht einzulassen, kommt die Funktion des Gebäudes zum Ausdruck. Das maritime Kriegsmaterial, das gemäß des Programms dargestellt werden sollte, ist nicht sichtbar, doch die Skulpturen und die Gestaltung des Zugangs lassen erkennen, dass eine derartige Ausstattung möglich ist.




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