Gabriel-Auguste Ancelet
Portikus des Macellum, Pompeji

Rekonstruktion eines Dekors des Portikus des Macellum in Pompeji
Gabriel-Auguste Ancelet (1829-1895)
Rekonstruktion eines Dekors des Portikus des Macellum in Pompeji
1853
Bleistift, Feder und Tinte, laviert, Aquarell und Gouache
H. 47,7; B. 28,4 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Restitution d'un décor du portique du macellum à Pompéi [Rekonstruktion eines Dekors des Portikus des Macellum in Pompeji]


Die Grabungsarbeiten in Pompeji begannen zwar schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts, doch die Freilegung zog sich noch über das gesamte 19. Jahrhundert hin. Die Malereien, die in den Häusern der antiken Stadt entdeckt wurden, beeinflussten maßgeblich den Geschmack der Architekten. Sie gaben ihnen neue Ideen für die Ausschmückung der Fassaden und Räume der Bauwerke.
Das Interesse von Gabriel Ancelet, dem Preisträger des Grand Prix de Rome im Jahr 1851, der sich damals als Stipendiat in der Villa Medici aufhält, gilt auch der Wandmalerei. Hier gibt er den Dekor des Portikus des Macellum – der Markthalle in der römischen Antike -, der 1822 entdeckt wurde und den man „Pantheon” nannte, wieder. Dieses Relikt ist charakteristisch für den 4. Stil der Wandmalerei von Pompeji (1. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr.), für den sich aufgrund seiner illusionistischen Dimension, der durch die perspektivische Darstellung entsteht, das Trompe-l’œil und die detaillierte Wiedergabe architektonischer Elemente insbesondere Architekten begeistern. Charles Garnier wird im selben Jahr auch eine Bestandsaufnahme durchführen.

Ancelets Zeichnung ist vermutlich Teil der Arbeiten, die die Studenten im dritten Jahr anfertigen müssen. Die Akademie verlangte die originalgetreue Wiedergabe der Vorlage. Man spürt, dass der Künstler danach strebt, die Leuchtkraft der Farben dieses erstaunlichen illusionistischen Dekors genau wiederzugeben.
Ancelet macht auch mit der monumentalen Einsendung der Via Appia in Rom (1856) auf sich aufmerksam. 1873 unterrichtet er ornamentales Zeichnen an der Ecole des beaux-arts, was von seinem Interesse für die angewandte Kunst zeugt.




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