Owen Jones
Entwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud

Entwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud, Innenansicht
Owen Jones (1809-1874)
Entwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud, Innenansicht
1860-1862
Aquarell, Buntstifthöhungen
H. 45,5 ; B. 120 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Projet d'un palais de cristal dans le parc de Saint-Cloud, vue intérieure [Entwurf zu einem Kristallpalast im Park von Saint-Cloud, Innenansicht]


Der verblüffende, 1851 für die erste Weltausstellung in London gebaute Crystal Palace hat so viel Begeisterung hervorgerufen, dass ab 1860 und bis 1894 die Rede davon ist, in Paris, genauer gesagt im Park von Saint-Cloud ein solches Gebäude zu errichten. 1860 wurde Owen Jones, der den Bau des Londoner Palastes geleitet und die polychrome Innendekoration entworfen hatte, beauftragt, die Pläne für einen weitläufigen Komplex anzufertigen, der einen permanenten Ausstellungspalast für die französische Industrie, einen Wintergarten und einen Vergnügungspark umfassen sollte.

Der Architekt, Zeichner und Dekorateur Owen Jones war schon 1842 aufgefallen, als er zusammen mit dem Franzosen Jules Goury eine Studie über das Alhambra in Granada veröffentlichte. Aber sein berühmtestes Werk bleibt seine prächtige, ab 1856 veröffentlichte Grammar of Ornament [Grammatik der Ornamentskunst]. Für diesen Palast mit seiner langen Galerie aus Glas und Metall verwendet er die drei Primärfarben rot, gelb und blau, genau, wie er es beim Crystal Palace getan hatte. An den Enden der Galerie befinden sich Exedren, das ganze wird von einer zentralen Kuppel gekrönt, deren Silhouette man auf der Zeichnung erkennen kann.

Das Victoria and Albert Museum in London besitzt zwei Skizzen des Gebäudes, dessen Standort der des heutigen Musee de Sèvres gewesen wäre, hätte dessen Bau 1863 dem Abenteuer Owen Jones nicht ein Ende gesetzt. Die Idee wurde aber dennoch nicht aufgegeben und tauchte nach dem Brand im Schloss von Saint-Cloud 1871 wieder auf; 1882 wurde die Arbeit dazu wieder aufgenommen und es entstanden zahlreiche Entwürfe, die hauptsächlich in den Archives Nationales (Staatsarchiv) aufbewahrt werden.




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