Ernest Chardon de Thermeau
Projekt für den Wiederaufbau des Rathauses von Paris

Projekt für den Wiederaufbau des Rathauses von Paris, Wettbewerb von 1873
Ernest Chardon de Thermeau (1836-1896)
Projekt für den Wiederaufbau des Rathauses von Paris, Wettbewerb von 1873
1873
Zeichnung und fotografischer Abzug, auf Karton aufgeklebt. Tinte und Tusche, Aquarell
H. 88; 59 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Projet pour la reconstruction de l'hôtel de ville de Paris, concours de 1873 [Projekt für den Wiederaufbau des Rathauses von Paris, Wettbewerb von 1873]


Nachdem das Pariser Rathaus während der Kommune in Paris 1871 in Brand gesetzt und zerstört worden war, wollten die Behörden das Bauwerk schnellst möglich „wiederaufbauen“ lassen, um die Spuren dieses Dramas zu beseitigen. Der in den Jahren 1872 und 1873 organisierte Wettbewerb machte es zur Auflage, den ursprünglichen von Boccadoro errichteten Gebäudeteil „genau“ wieder zu geben (dieser erste Bau war 1533 von Dominique de Cortone genannt Il Boccadoro erbaut worden) und die Bauteile aus dem 19. Jahrhundert zu erhalten. Théodore Ballu und Edouard Deperthes gewannen den Wettbewerb.

Ernest Chardon de Thermeau präsentiert gemeinsam mit Marcel Lambert, einem Schüler der Ecole des Beaux-Arts, ein Projekt. Das Exponat zeigt einen Ausschnitt der Zeichnung und eine sehr verblichene Fotografie, auf der das gesamte Projekt zu sehen ist.
Auf der Zeichnung kann man nur den herrlichen Aufriss des Gebäudes von „Il Boccadoro“ erkennen. Es besteht aus einem Mittelteil und wird von einer mit Skulpturen verzierten Uhr und einem dreistöckigen Glockenturm bekrönt. Die Glocken befinden sich im Sockel und die Wendeltreppe darüber führt zu einem kleinen Belvedere. Der mittlere Teil wird von zwei großen Bögen umrahmt und bildet die Basis für die seitlichen Pavillons.

Auf der Fotografie kann man die Verlängerung der wesentlich schmuckloseren Seitenflügel erkennen. Einzig die Rundbögen der Giebeldreiecke auf den Eckpavillons erinnern wiederum an die Renaissance.

Das Projekt von Chardon et Lambert ist umso wichtiger, als den staatlichen Archiven von den ursprünglich sechsundsechzig Projekten nur eine äußerst geringe Anzahl an Originalzeichnungen erhalten geblieben ist.




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