Joseph Olive
Entwurf für die Neugestaltung der Tuilerien

Entwurf für die Neugestaltung des Jardin des Tuileries, Plan
Joseph Olive (1817-1889), Paul Bénard (1834-1886)
Entwurf für die Neugestaltung des Jardin des Tuileries, Plan
1880
Feder und schwarze Tinte, Aquarell
H. 68,2; B. 97,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Entwurf für den partiellen Wiederaufbau des Palais des Tuileries mit Wintergarten, Plan
Entwurf für den partiellen Wiederaufbau des Palais des Tuileries, Fassade und Querschnitt
Entwurf für die Neugestaltung des Jardin des Tuileries, Plan des Gartens mit Entwurf für die Neuerrichtung der Caisse des dépôts
Entwurf für den partiellen Wiederaufbau des Palais des Tuileries, Plan mit Saal für die Nationalversammlung

Projet de rajeunissement du jardin des Tuileries, plan [Entwurf für die Neugestaltung des Jardin des Tuileries, Plan]


Im Januar 1880, als noch nicht entschieden war, was aus den Ruinen des während der Pariser Kommune 1871 in Brand gesteckten Palais des Tuileries werden sollte, unterbreiten Olive und Bénard diesen Entwurf für die „Neugestaltung des Jardin des Tuileries”.
Ihr erstes Projekt sieht die Anlage eines großen Parks vor, der zu den originalgetreu nachgebauten Tuilerien führt. Diese neue Grünfläche, die mehr Ähnlichkeit mit den Promenaden von Alphand als mit den historischen Gärten von Le Nôtre zeigt, lädt zum Verweilen und Vergnügen ein und erweckt diesen vormals unwirtlichen Ort zu neuem Leben.

Gleichzeitig schlagen sie mehrere Maßnahmen für die Umgebung der Tuilerien vor. Die Verbreiterung des Pont royal soll die Überquerung der Seine erleichtern, und am anderen Flussufer ist die Vergrößerung der Räumlichkeiten der Caisse des dépôts [staatliche Hinterlegungskasse] geplant, um dort einen Teil der Finanzverwaltung unterzubringen, deren Gebäude während des Aufstandes der Kommune auch den Flammen zum Opfer gefallen war. Außerdem planen sie die Errichtung eines Kunstpalastes anstelle des ehemaligen Rechnungshofes, der ebenfalls während der Pariser Kommune zerstört worden war.

Olive und Bénard legen noch zwei weitere Projekte für die Tuilerien vor. Das erste zeichnet sich durch seine gezielt politische Dimension aus. Die Architekten schlagen vor, an Stelle des Palastes ein Gebäude für die drei französischen Versammlungen zu errichten: den Senat, die Abgeordnetenkammer und das Parlament. Dieser Entwurf steht in Zusammenhang mit den jüngsten politischen Ereignissen, denn die beiden Kammern waren im Vorjahr von Versailles nach Paris verlegt worden. Der zweite Vorschlag sieht vor, den Palast in einen Wintergarten umzugestalten. Die Entwürfe wurden der Regierung vorgelegt, jedoch nie umgesetzt. 1882 wird der Abriss der Tuilerien beschlossen und die Neugestaltung des Gartens wird 1899 dem Architekten Edmond Guillaume übertragen.




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