Alphonse Gosset
Rom, Palazzo Farnese

Rom, Palazzo Farnese, Aufriss des Erdgeschosses, Orientierung zum Hof
Alphonse Gosset (1835-1914)
Rom, Palazzo Farnese, Aufriss des Erdgeschosses, Orientierung zum Hof
1862
Bleistift und Lavierung
H. 28,2; B. 25,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Rome, palais Farnèse, élévation du rez-de-chaussée sur cour [Rom, Palazzo Farnese, Aufriss des Erdgeschosses, Orientierung zum Hof]


Alponse Gosset, dessen Großvater und Vater in der Region von Reims als Architekt tätig waren, wird bei seinem Vater in Reims ausgebildet und ab 1857 besucht er die Ecole des beaux-arts de Paris. Nachdem er mehrere Medaillen gewonnen hat, begibt er sich nach Italien, um seine Ausbildung zu vervollständigen. Dort entstehen zahlreiche Zeichnungen wie beispielsweise diese, die zu einem Ensemble von mehr als dreißig Blättern vom Palazzo Farnese gehört, das im Musée d’Orsay aufbewahrt wird. Das Ensemble ist ein beredtes Zeugnis dafür, wie eingehend sich die Architekten mit der italienischen Architektur befassen: Niederschriften, Skizzen, Studien der Säulenordnungen, Aquarell, sie setzen alle zu ihrer Verfügung stehenden Mittel ein, um die Bauwerke zu untersuchen, zu verstehen und sich an sie zu erinnern…

Der von Antonio da Sangallo und Michelangelo zu Beginn des 16. Jahrhunderts für Alessandro Farnese (er wurde 1534 als Paul III. zum Papst gewählt) errichtete Palazzo Farnese war ursprünglich ein Familienwohnsitz. Nachdem der Palast den Botschaftern der Könige von Frankreich als Wohnsitz gedient hatte – auch heute kommt ihm wieder diese Funktion zu -, bezieht ihn zur Zeit von Gosset Franz II. von Bourbon, ein Nachkomme der Farnese, mit seiner Familie.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts interessieren sich insbesondere Architekten für die Bauwerke der italienischen Renaissance. Der Palazzo Farnese, ein herausragendes Beispiel für diese Epoche, steht im Zentrum ihres Interesses. Doch die Diskrepanz zwischen den Bauwerken, denen sich die jungen Architekten widmen und jenen, die zu den Prioritäten der Académie de France in Rom gehören, ist gewaltig. Erst 1869 wählte zum ersten Mal ein Stipendiat der Villa Medici den Palazzo Farnese für seine jährliche Sendung an die Académie. Bis dahin hatte man antiken Monumenten den Vorzug gegeben.




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