Auguste-Joseph Magne
Théâtre du Vaudeville

Théâtre du Vaudeville, Aufriss des Rundbaus
Auguste-Joseph Magne (1816-1885)
Théâtre du Vaudeville, Aufriss des Rundbaus
1870
Lavierung, schwarze Tinte, Gouache- und Goldaufträge
H. 81,4; B. 50 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Théâtre du Vaudeville, élévation de la rotonde [Théâtre du Vaudeville, Aufriss des Rundbaus]


Das ausgearbeitete Bild - bogenförmiger Abschluss, bewölkter Himmel, Gouache und Gold auf schwarzer Tinte – wurde 1870 angefertigt. Es stellt das zwischen 1866 und 1869 errichtete Theatre du Vaudeville dar. Ursprünglich war es für die Monographie bestimmt, die der Architekt Auguste Magne 1873 über sein Werk herausgab. Der Künstler hat die Rotunde in einem perspektivlosen Aufriss dargestellt, was es schwierig macht, sich vorzustellen, dass dieser Rundbau die Ecke des Theaters bildet, von der zwei Gebäudeteile schräg nach rechts und links abgehen. Unter dem Einfluss Napoleons III. hatte die Stadt Paris ab 1860 mehrere Theaterbauprojekte in die Wege geleitet. Das Immobilienprogramm sollte jeweils Mietwohnungen und Geschäfte enthalten. Das Vaudeville befand sich zuerst in der Gegend der Börse fiel aber Straßendurchbruchsarbeiten zum Opfer. Man wählte Magne, um das Theater an der Ecke des Boulevard des Capucines und der Chaussee d'Antin wieder aufzubauen. Die Kunst des Winkelbaus macht Fortschritte, wie auch am 1860 von Charles Garnier gebauten Cercle de la Librairie zu sehen ist. Nach einer Hausmannschen Idee werden Kreuzungen und der Verlauf neuer Straßenzüge unterstrichen, indem statt vereinzelter Gebäude ganze „Wohninseln“ errichtet werden. Die Zeichnung bemüht sich um eine exakte Wiedergabe der Rotunde mit ihren drei breiten Bogenfenstern, die den Blick auf die Eingangshalle im Erdgeschoß und auf das Foyer im ersten Stock freigeben. Kariatiden und die monumentale Fassade entsprechen dem Stil der um die damals im Bau befindliche Oper liegenden Konstruktionen. Der Bühnenraum befand sich im hinteren Teil des Gebäudekomplexes und zwar ziemlich asymmetrisch der Ausrichtung des Grundstücks folgend. 1925, als das Theater in ein Kino verwandelt wurde, erlitt es einigen Abbruch.




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