Jacques Blanchard
La Belle Jardinière, altes Geschäft

Das Unternehmen La Belle Jardinière, altes Geschäft, Schnittzeichnung auf die Rue des Marmousets
Jacques Blanchard zugeschrieben (1827-1900)
Das Unternehmen La Belle Jardinière, altes Geschäft, Schnittzeichnung auf die Rue des Marmousets
Um 1855
Schwarze Tinte, schwarz und grau laviert auf Pauspapier
H. 66,3; B. 100 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Das Unternehmen La Belle Jardinière, altes Geschäft, Schnittzeichnung auf die Rue des Marmousets


Diese Schnittzeichnung des Geschäfts La Belle Jardinière auf der Ile de la Cité in Paris vermittelt uns einen Gesamtüberblick über ein revolutionäres Unternehmen. Es verändert grundlegend die Gewohnheiten der Kunden und den Betrieb der anderen Geschäfte der Hauptstadt, die sich in der Folge zu den „Kaufhäusern” entwickeln werden.
Mit der Gründung von La Belle Jardinière zwischen 1824 und 1827 führt Pierre Parissot ein neues Konzept für den Verkauf von Kleidern ein: die Konfektionskleidung. Der Mittelstand und die Arbeiterklasse sollten die Möglichkeit haben, Kleidung kaufen zu können, die an ein und demselben Ort hergestellt und verkauft wird. Die unteren Stockwerke sind für die Kundschaft bestimmt und auf den oberen Etagen befinden sich die Werkstätten und die Wohnungen der Arbeiter. Der Erfolg von La Belle Jardinière ist so gewaltig, dass Pierre Parissot zur Vergrößerung seiner Räumlichkeiten nach und nach die benachbarten Gebäude aufkauft, bis er Mitte 1860 wegen des Baus des neuen Krankenhauses Hôtel-Dieu enteignet wird.

Die Pläne und Schnittzeichnungen der Gebäude der Rue des Marmousets lassen ein Mittelschiff mit Galerien erkennen, die zu den Ständen, den Werkstätten und den Arbeiterwohnungen führen. Die Verbindung der einzelnen Gebäudeteile wird durch die verschachtelte Anordnung erschwert und erfordert zahlreiche Ebenen, Durchgänge, Trennwände. Drei große Oberlichter sorgen für helle Räume. Die einzelnen Abteilungen werden durch gusseiserne Pfeiler unterteilt. Im Untergeschoss kann man alte mittelalterliche Gewölbekeller erkennen.
Bis heute weiß man nicht, wer der Urheber dieser schönen Architekturzeichnung ist. Es könnte Jacques Blanchard, der Gatte von Elisabeth Parissot, die einen Teil des Unternehmens erbte, sein. Zumal dieses Blatt im Familienarchiv von Henri Blanchard, der wie sein Vater Jacques auch Architekt war, entdeckt wurde.




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