Félix Duban
Ernte

Ernte
Félix Duban (1797-1870)
Ernte
1859
Aquarell und Bleistift
H. 15; B. 27 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Moisson [Ernte]


Diese Szene aus dem Alltagsleben eines antiken Dorfes gehört zu jenen Kompositionen, die eine Vorstellung von Félix Dubans Einfallsreichtum und Fantasie vermitteln. Der Architekt offenbart hier sein zeichnerisches Talent und sein Gefühl für Farben. Als Stipendiat der Villa Medici war er in den 1820er Jahren einer der Ersten, der in seinen Aufzeichnungen die Polychromie der antiken Bauwerke wiedergab.

Duban schildert voller Anmut die Tätigkeiten – Feldarbeit und religiöse Riten – der Bauern zur Zeit der Römer. Der kleine Tempel auf einer Anhöhe, der Ceres, der römischen Göttin der Fruchtbarkeit, des Ackerbaus und der Ernte gewidmet ist, besitzt eine Wandmalerei, die einen Bauern mit einem Pflug zeigt. Vor dem Eingang sieht man auf einem Sockel Weizengarben als Opfergaben.
Alle Elemente der Zeichnung preisen die Gaben der Natur. Vor einem Aquädukt und einem Berg fließt klares Wasser aus dem Maul eines Löwen, der einen Brunnen schmückt. Die Statue mit lächelndem Gesicht auf der rechten Bildseite trägt einen Lorbeerkranz, sie sammelt die Früchte und das Gemüse das die Erde schenkt. Die Heuschober im Mittelgrund lassen auf eine reiche Ernte schließen.
Duban hat keine Details ausgespart: mit Girlanden und Bändern verzierte Karren, Ochsen, deren Köpfe mit Blattwerk geschmückt sind, die Deichsel trägt eine kleine einfache Statue von Ceres, vermutlich mit ihrem Attribut der Sichel, ein stilisierter Widderkopf an der Rückseite des Karrens. Dank dieser Elemente wirkt die Szene sehr lebendig und wie eine Illustration von Hesiods Gedicht, Werke und Tage.




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