Henry Van de Velde
Théâtre des Champs-Elysées

Erster Entwurf für die Fassade des Théâtre des Champs-Elysées
Henry Van de Velde (1863-1957), Marcel Guilleminault (1882-1966)
Erster Entwurf für die Fassade des Théâtre des Champs-Elysées
Um 1911
Bleistift und Bleigriffel
H. 56,2; B. 85,7 cm
© ADAGP / DR - Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Alexis Brandt

Premier projet pour la façade du théâtre des Champs-Elysées [Erster Entwurf für die Fassade des Théâtre des Champs-Elysées]


Die lange, turbulente Entstehungsgeschichte des Théâtre des Champs-Elysées geht auf eine Initiative des Impresarios Gabriel Astruc und den Investor Gabriel Thomas zurück, die Paris mit einem modernen Konzert- und Opernhaus ausstatten wollten. Der Auftrag wird zuerst dem Architekten Henri Fivaz, einem Freund von Astruc, übergeben. Bald gesellt sich auch Roger Bouvard, der Sohn des Direktors der Pariser Baubehörde, dazu, um die Bearbeitung der Akte zu erleichtern. Der Maler Maurice Denis, ein Bekannter von Gabriel Thomas, empfiehlt den belgischen Architekten Henry Van de Velde, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht. Letzterer ist ab Mai 1910 für die Dekoration des Bauwerks zuständig.

Doch Van de Velde beschränkt sich nicht auf diese Aufgabe, er schlägt auch eine Veränderung der Louis-XVI-Fassade von Bouvard vor. Er legt sein Projekt im März 1911 in großen Zügen dar: Schmucklosigkeit, der geometrische Aufbau folgt einer ternären Gestaltung, durch die Pylonen kommt die Vertikalität des Baus verstärkt zum Tragen. Diese ergreifende Bleistiftzeichnung bringt diese drei Prinzipien zur Geltung. Marcel Guilleminault wird mit der Leitung der Bauarbeiten beauftragt. Doch die Ausführung wird letztendlich dem Unternehmer Auguste Perret übertragen, den Van de Velde für die Stahlbetonkonstruktion einsetzen wollte und der allmählich den belgischen Architekten verdrängen sollte.




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