Pierre-Ambroise Richebourg
Neugotischen Kirche, Zeichnungen

Aufriss der Fassade einer neugotischen Kirche, Zeichnungen von Architekten Hippolyte Durand
Pierre-Ambroise Richebourg (1810-vers 1875)
Aufriss der Fassade einer neugotischen Kirche, Zeichnungen von Architekten Hippolyte Durand
Um 1845
Daguerreotypie
H. 11,8; B. 15,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Elévations de la façade d'une église néo-gothique, dessins de l'architecte Hippolyte Durand [Aufriss der Fassade einer neugotischen Kirche, Zeichnungen von Architekten Hippolyte Durand]


Richebourg, eine der herausragenden Figuren der Anfänge der Fotografie, erlernte, wie es scheint, die Daguerreotypie von Daguerre persönlich. Hier fotografiert er zwei Zeichnungen von Hippolyte Durand, einem Architekten, der auf die Architektur des Mittelalters – insbesondere ihre Restaurierung - spezialisiert ist. Die Zeichnungen werden auf dem Salon 1845 präsentiert und 1849 in Die Kunst und Archäologie in der Provinz unter dem Titel Einige Betrachtungen zur religiösen Kunst veröffentlicht. Mit diesem Text will Durand vor Augen führen, dass die religiöse Kunst des Mittelalters der der Antike überlegen ist. Er schreibt dazu: „Als einige kühne Neuerer von der Theorie zur Praxis übergingen, bewiesen sie mühelos, die Überlegenheit der religiösen Kunst des Mittelalters über die der Antike. Dies führte dazu, dass all jene, die bisher träge von der Überlegenheit der antiken Kunst überzeugt waren, aus ihrem Winterschlaf aufschreckten [...] und man sogleich umfassende Veränderungen in der Sakralarchitektur vornahm”.
Diese herausragende Daguerreotypie lässt die präzise Zeichnung des Architekten und die technische Meisterschaft Richebourgs erkennen. Sie wurde vermutlich 1845 für den Salon ausgeführt und gilt als eine der ersten Reproduktionen bekannter Kunstwerke. Das Werk ist auf Grund der Persönlichkeit der beiden Künstler – Durand, ein Spezialist für Sakralarchitektur und Richebourg, ein herausragender Fotograf – von großem Interesse. Richebourg fertigt in der Folge Papierreproduktionen von zahlreichen Kunstwerken an und bildet als einer der ersten die Galerien des Salons ab.




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