Charles-Marie-Isidore Choiselat
Der Reede von Toulon

Der Reede von Toulon
Charles-Marie-Isidore Choiselat (1815-1858), Stanislas Ratel (1824-1904)
Der Reede von Toulon
1845
Daguerreotypien (fünf Platten nebeneinander)
H. 12,5; B. 85 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Der Reede von Toulon
Der Reede von Toulon

La rade de Toulon [Der Reede von Toulon]


Charles-Marie-Isidore Choiselat und Stanislas Ratel interessieren sich schon sehr bald für die Daguerreotypie. Im Februar 1840, nur fünf Monate nach der Veröffentlichung des Verfahrens, versuchen die beiden leidenschaftlichen Chemiker und Alchimisten, einige Unzulänglichkeiten der Daguerreotypie – es konnte nur ein Einzelstück in einem sehr umständlichen Verfahren ausgeführt werden - zu beheben. Heutzutage sind von den beiden rund zwanzig Ansichten bekannt, die sich durch ihre meisterhafte Technik auszeichnen. Die Landschaften und Ansichten von Bauwerken entstanden fast alle um 1845 in Paris, in der Gegend von Grenoble und wie dieses in Südfrankreich.

Die beiden Männer interessierten sich insbesondere für Panoramaaufnahmen. Die Reede von Toulon, die sich aus fünf Platten mit einem Rundblick von beinahe 180 Grad zusammensetzt, ist die gelungenste unter den vier, die wir besitzen. Es ist auch die erste veröffentlichte Fotografie der Reede. Diese außergewöhnliche Aufnahme, die sich durch das für Choiselat und Ratel charakteristische „schöne ins Zartrosa gehende Lila“ auszeichnet, ist ein wahres technisches Meisterstück. Die gleiche Arbeit wurde innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums fünf mal gleichermaßen gelungen ausgeführt. Das Vorgehen wird noch dadurch erschwert, dass die unterschiedliche Helligkeit von Himmel und Meer bei gleicher Belichtungszeit aufgenommen werden muss.

Das Bild zeigt den Hafen von Toulon einige Jahre vor den Erweiterungsarbeiten. 1852 verändert sich das Aussehen der Reede tatsächlich grundlegend. Eine neue Ringmauer ersetzt die alte, von Vauban um 1680 errichtete.
Aus diesen Gründen ist dieses Panorama ein sehr außergewöhnliches Zeugnis für die Anfänge der Fotografie in Frankreich und besitzt großen dokumentarischen Wert.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter