Gustave Le Gray zugeschrieben
Studie nach der Natur

Studie nach der Natur, Fontainebleau
Gustave Le Gray (1820-1884) zugeschrieben
Studie nach der Natur, Fontainebleau
Um 1850
Salzpapierabzug von gewachstem Papiernegativ
H. 17,5; B. 25,1 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Etude d'après nature, Fontainebleau [Studie nach der Natur, Fontainebleau]


Obwohl dieses Bild weder eine Signatur noch einen Stempel trägt, kann es auf Grund seines Formats, seines Farbtons und seiner Herkunft Gustave Le Gray zugeschrieben werden. Es stammt aus der Sammlung von André Jammes und gehört zu einem Ensemble von drei Ansichten von Fontainebleau, von denen zumindest eine den Stempel von Le Gray trägt. Die drei Bilder hatten Charles Nègre (1820-1880), einem anderen bedeutenden französischen Fotografen der 1850er Jahre, gehört.

In den 1860er Jahren fotografiert Le Gray den Wald von Fontainebleau zuerst mit Hilfe des Papiernegativs und vermutlich ab 1855 mit einem Kollodiumglasnegativ. Bis 1860 präsentiert er auf verschiedenen Fotoausstellungen in Paris und London Landschaften von Fontainebleau und Studien von Bäumen. Es sind Bilder voller Poetik und technische Meisterwerke. In einem 1851 veröffentlichten Werk erklärt Le Gray, dass „Pflanzen und grüne Gegenstände im allgemeinen eine längere Belichtungszeit benötigen“, bis zu zwanzig Minuten.
Le Gray widmet sich gern dem Spiel der Sonnenstrahlen im Blattwerk und auf den Baumstämmen. 1855 schreibt der Kritiker Paul Périer anlässlich der ersten Ausstellung der Société française de photographie über eine seiner Studien nach der Natur „sie zeichne sich durch ihre subtilen Licht- und Schatteneffekte aus“. Auf Grund des fragilen Gleichgewichts zwischen verschwommenen und scharfen Zonen ist dieses Bild das perfekte Beispiel dafür, dass, wie Le Gray damals empfahl, auf „Nebensächliches“ verzichtet werden muss.




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