Frederick Evans
In Deer Leap Woods

In Deer Leap Woods, A Haunt of George Meredith
Frederick Evans (1853-1943)
In Deer Leap Woods, A Haunt of George Meredith
1909
Silberabzug
H. 14,4 ; B. 11,1 cm
© DR - Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

'Comm_PH_Evans_DeerLeapWoods'


Angesichts des Sujets und der Faktur kann der Urheber dieses Abzugs der Tradition der ersten Fotografen, die um 1850 tätig waren, zugeordnet werden. Der offensichtlich symbolistische Einfluss dieses Unterholzes verweist darauf, dass das Bild 1909 entstand und das Werk des britischen Piktorialisten Frederick Evans ist. Es gehört zu einer Reihe von Aufnahmen, die in einem Wald in der Grafschaft Surrey gemacht wurden, wo der Dichter George Meredith (1828-1909) gern spazieren ging. Die Fotografie war als Illustration für das Frontispiz der posthumen vollständigen Ausgabe der Texte des Schriftstellers bestimmt.

Evans hatte sich ab 1880, als er noch in London als Buchhändler tätig war, als Amateurfotograf betätigt. Seine Arbeit zeichnet sich schon in der Anfangsphase, als er Muscheln unter dem Mikroskop fotografiert und auch später, als er sich ab 1903 ganz der Fotografie widmet, durch ihre Genauigkeit und manuell nicht beeinflussten Bilder aus. In dieser Hinsicht unterscheidet er sich von den meisten Piktorialisten, die bewusst eine unscharfe Einstellung wählen.
Diese Fotografie ist ein beredtes Beispiel dafür, dass dank seines meisterhaften Sinns für Komposition und Licht seine Aufnahmen sehr gefühlvoll sind. Amateurfotografen rät er dazu, das Bild in ihrem Inneren zu suchen, danach zu streben, eher eine Gemütsbewegung als eine Struktur festzuhalten.

Ab 1914 werden auch bedeutende Piktorialisten wie Alfred Stieglitz und Edward Steichen und Fotografen wie Paul Strand und Edward Weston zu einer präziseren Sichtweise zurückkehren: dies ist die Erfindung der „Straight photography” [reine Fotografie]. Infolgedessen gilt Evans rückblickend als einer der modernsten Piktorialisten.




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