Edward Steichen
In Memoriam

In Memoriam
Edward Steichen (1879-1973)
In Memoriam
1904
Abzug nach dem Gummi-Bichromat-Verfahren
H. 47,6; B. 36 cm
© Estate of Edward Steichen

In Memoriam


Dieser monumentale Akt, der von einem der amerikanischen Meister der Photo-Secession ausgeführt wurde, ist eines der Meisterwerke des fotografischen Piktorialismus. Steichen, der in Wisconsin aufwuchs, wohin seine aus Luxemburg stammende Familie 1889 emigrierte, gehört ab 1902 der von Alfred Stieglitz gegründeten Gruppe Photo-Secession an. Er wird eine wichtige Rolle in dieser Bewegung spielen, denn der herausragende Fotograf stellt Kontakte zu avantgardistischen französischen Malern und Bildhauern her, die er im Laufe seiner Aufenthalte in Paris kennenlernt.

Durch die unscharfe Aufnahme, ein Stilmittel, das viele piktorialistische Fotografien charakterisiert, wirkt die gekünstelte Haltung des Modells, dessen Gesicht verborgen bleibt, noch geheimnisvoller. Die kunstvolle Inszenierung ist kennzeichnend für Steichen. Trotz der Abstraktion, die durch das Clair-obscur verstärkt wird, spürt man die Sinnlichkeit des Körpers der Frau, was für Steichen, dessen Akte sonst eher vergeistigt anmuten, ungewöhnlich ist. Diese Aufnahme soll während eines Aufenthalts in Paris 1900 entstanden sein. Der Abzug dagegen war in den Vereinigten Staaten angefertigt worden, nachdem das Modell aus Liebe zu ihm Selbstmord begangen hatte. Daher rührt auch der symbolistische Titel In Memoriam, der im Einklang mit dem Bild steht.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter