Pierre Lanith Petit
Ingres

Ingres
Pierre Lanith Petit (1832-1909)
Ingres
Um 1860
Silberabzug
H. 18,7; B. 14,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi


Louis-François Bertin

Ingres


Offensichtlich beginnt Pierre Petit schon kurz nach der Eröffnung seines Studios in Paris im Jahr 1859 mit der Galerie zeitgenössischer Persönlichkeiten, die später in Galerie zeitgenössischer Porträts. Unter dem Zweiten Kaiserreich widmen sich tatsächlich fast alle großen Studios in Anlehnung an Laisné und Nadar diesen damals beliebten „Galerien“ und „Pantheons“.
Ingres unterzeichnet zwar 1862 ein „Schreiben, in dem große Künstler gegen die Gleichstellung der Fotografie mit Kunst protestieren“, steht aber bereitwillig hin und wieder Fotografen Modell. Mehrere bedeutende Porträtfotografen jener Zeit verewigten ihn. Zuerst Laisné um 1855, Carjat, ein Schüler von Petit im Jahr 1863, Disdéri 1865 und Dallemagne im Jahr 1866.
Die Fotografie von Pierre Petit entstand in etwa um die gleiche Zeit, vermutlich Anfang 1860. Wie auf den anderen Porträts dieses Jahrzehnts wirkt Ingres' Gesichtsausdruck hier eher unwirsch und regungslos, wie aus Wachs. Es ähnelt dem Porträt des Künstlers mit achtundsiebzig Jahren, das der Maler 1858 für die Galerie der Uffizien in Florenz anfertigte. Doch sein scharfer Blick erinnert auch an ein anderes Porträt, jenes von Bertin (Paris, Louvre), das er einige Jahren vorher gemalt hatte.
1868 wurde er auf seinem Totenbett zum letzten Mal von Marville fotografiert.




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