Roger Fenton
Das Tal der Todesschatten

Das Tal der Todesschatten
Roger Fenton (1819-1869)
Das Tal der Todesschatten
1856, Aufnahme von 1855
Salzpapierabzug auf Papier von nassbeschichtetem Kollodium-Glasnegativ
H. 28,4 cm ; B. 35,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

The Valley of the Shadow of Death [Das Tal der Todesschatten]


Roger Fenton zeichnete sich in seiner Tätigkeit als Fotograf in allen Gattungen aus: Landschaft, Architektur, Reportage, Porträt und sogar bisweilen Stillleben. Seinen größten Beitrag zur Geschichte der Fotografie leistete er jedoch mit der Reportage zum Krimkrieg, den er im Auftrag von Königin Viktoria ausführte. Die 360 Aufnahmen, die er von dort mitbrachte, zeugen von meisterhafter Technik und bedeuten eine entscheidende Etappe für die Kriegsreportage.

Das Tal der Todesschatten gehört zu diesem Ensemble. Man sieht eine mit Kugeln übersäte trostlose Felsschlucht. Der Ort erhielt von den Soldaten der britischen Armee, die hier mehrmals von den Russen besiegt worden waren, diesen Namen.
Das Foto veranschaulicht in gewisser Weise bildlich Tennysons Gedicht Der Angriff der leichten Brigade. Der Dichter ehrt mit diesem Gedicht die britischen Kavalleristen, die in diesem Tal am 25. Oktober 1854 gefallen sind und prangert den absurden Konflikt an. Aus ideologischen und technischen Gründen stellt Fenton weder die Kämpfe noch die Toten dar. Doch das Gefühl von Trostlosigkeit, das von seinem Bild ausgeht, wird zu einem beredten Symbol für die Schrecken des Krieges.
Man beschuldigte Fenton bisweilen, seine Fotografien seien gestellt und er habe absichtlich die Lage der Kugeln geändert. Dies ist sehr unwahrscheinlich, denn die um ihn tobenden Kämpfe haben ihm gewiss keine Zeit dazu gelassen.




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