Charles Nègre
Drehorgelspieler

Drehorgelspieler und zwei zuhörende Kinder
Charles Nègre (1820-1880)
Drehorgelspieler und zwei zuhörende Kinder
1853
Epreuve sur papier salé à partir d'un négatif verre perdu
H. 20,6; B. 15,6 cm
© R.M.N.

Le joueur d'orgue de barbarie et deux enfants qui l'écoutent [Drehorgelspieler und zwei zuhörende Kinder]


Der ab 1839 in Paris wohnende Charles Nègre (1820-1880) tritt zunächst dem Atelier von Delaroche, dann dem von Drolling und schließlich dem von Ingres bei. Delaroche fordert seine Schüler auf, die Fotografie für ihre Kompositionen zu verwenden und der junge Mann macht sich mit dieser Technik und zwar zuerst mit der Daguerreotypie vertraut. Seinen Weg wird Nègre in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Anwendung des von seinem Mitschüler Le Gray entwickelten Verfahrens finden. Seine aus dem Leben gegriffenen Marktansichten ziehen durch ihre Neuheit die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich. Nègre ist der Fotograf des Moments noch vor der Erfindung der Momentaufnahmen. Er setzt seine quasi-pikturalen Recherchen mit der Serie der Schornsteinfeger fort.

Mit diesem Drehorgelspieler stellt Charles Nègre sein Talent für die Genreszene, welche von den Fotografen der Jahre 1840-1850 oft behandelt wird, unter Beweis. Die Szene spielt im Hof des Ateliers, Quai de Bourbon 21 auf der Saint-Louis Insel in Paris. Nègre hat drei sehr unterschiedliche Bilder zum gleichen Thema, einem in der Literatur der Epoche von Murger bis Baudelaire sehr beliebten Thema gemacht. Das hier Vorliegende erinnert durch seine monumentale und unsentimentale Komposition an Bilder von Chardin, die Nègre im Louvre oder auf Druckgrafiken gesehen haben mag.




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