Olympe Aguado
Lektüre

Lektüre
Olympe Aguado (1827-1894)
Lektüre
Zwischen 1862 und 1864
Albuminabzug auf Papier von Kollodium-Glasnegativ
H. 14,5; B. 19,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Lecture [Lektüre]


Im Laufe seiner Laufbahn als Fotograf schuf Olympe Aguado vor allem Reproduktionen von Gemälden oder „Studien nach der Natur“, Landschaften und insbesondere Tierfotografien, zu denen ihn die Gemälde von Constant Troyon und Rosa Bonheur inspirierten.
Heute ist er auch für seine Sketche, die in der ersten Hälfte der 1860er Jahre entstanden und nie ausgestellt wurden, bekannt. Es handelt sich dabei um die im 19. Jahrhundert bei der Aristokratie und der Bourgeoisie beliebten tableaux vivants, wo der Fotograf sich mit seiner Familie inszeniert. Hier sieht man ihn als schlafenden Zuhörer auf der rechten Bildseite. Über die Identität der beiden Frauen ist man sich jedoch nicht sicher. Vielleicht handelt es sich bei der Figur ganz links um Emily Mac Donell, die Schwägerin des Fotografs, und bei der Figur neben ihm um Bertha Aguado, die der Fotograf 1860 geheiratet hatte. Der lesende Mann ist jedoch vollkommen unbekannt.

Aguado verwendet für seine Tableaux vivants Freizeitbeschäftigungen, denen er sich widmete. Die Lektüre dagegen wirkt humoristisch und respektlos. Der Künstler spöttelt hier über die endlosen Lesungen am königlichen Hof, wo er regelmäßig verkehrte.




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