Roger Fenton
Die Entente cordiale

Die Entente Cordiale
Roger Fenton (1819-1869)
Die Entente Cordiale
1855
Salzpapierabzug von Kollodium-Glasnegativ
H. 16,2; B. 17 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

L'Entente cordiale [Die Entente cordiale]


Am 23. Oktober 1853 erklärt das ottomanische Reich Russland den Krieg, fünf Monate später engagieren sich Frankreich und England an der Seite der Türken. In Kürze wird die Krim, insbesondere die Umgebung der von den Russen verteidigten Stadt Sebastopol, zum Kriegsschauplatz. Bestrebt, die kriegsfeindliche Öffentlichkeit in England umzustimmen, beauftragt Königin Viktoria den ihr wohlgesinnten Fotografen Roger Fenton, eine Fotoreportage über den Konflikt auszuführen. Fenton erhält finanzielle Unterstützung von dem Verleger Thomas Agnew und setzt im März 1855 in Begleitung seines Assistenten Marcus Sparling im Hafen von Balaklava an Land und begibt sich nach Sebastopol. Er realisiert zahlreiche Bilder von der Belagerung der Stadt, verzichtet jedoch auf die Darstellung von Kampfszenen. Die Gründe dafür sind sowohl technischer – Belichtungszeiten von zehn bis zwanzig Sekunden – als auch ideologischer Natur. Gezeigt werden verlassene Schlachtfelder, vor oder nach den Kämpfen sowie Inszenierungen, die den Kern seiner Produktion ausmachen.

Das Musée d'Orsay besitzt das Album Incidents of Camp Life. Die rund sechzig Bilder sind „Genreszenen aus dem Militärdasein“. Der Kritiker Ernest Lacan schrieb über diese Fotografie: „Es wurde oft über Entente cordiale […]gesprochen, es ist der "Sesam öffne dich!" der Zukunft; niemand kann diesem Gefühl besser Ausdruck verleihen, als die Soldaten verschiedener Nationen, die Seite an Seite für dieselbe Sache im Orient kämpfen“.




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