Peter Henry Emerson
Marsh Weeds

Marsh Weeds
Peter Henry Emerson (1856-1936)
Marsh Weeds
Fotomechanischer Abzug (Heliogravüre)
H. 10; B. 14,3 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


The Snow Garden
A Rushy Shore

Marsh Weeds


Marsh Weeds, das 1895 in Emersons Band Marsh Leaves veröffentlicht wurde, zeichnet sich durch seine flächige Raumaufteilung, hohe Horizontlinie und insbesondere durch die Grashalme im Schnee aus, die an Motive der japanischen Malerei erinnern. Dies ist eindeutig eines der Werke Emersons, das am deutlichsten auf den japanischen Einfluss verweist. In dieser Hinsicht ist es nur mit The Snow garden, einer anderen Winterlandschaft dieses Bands, vergleichbar.

Marsh Leaves, Emersons letzter Band und sein Meisterwerk, ist ganz besonders charakteristisch für die Entwicklung der Kunst des Fotografen, der von einem naturalistischen Ansatz zu einem äußerst reinen Stil gefunden hatte. Seine Vorliebe für die japanische Kunst ist jedoch schon auf Bildern wie The snowy marshlands, das 1893 in dem Band On english lagoons veröffentlicht wurde, zu erkennen. Und schon 1886 widmet er sich flächiger Raumaufteilung, grafischen Effekten wie beispielsweise A rushy shore aus dem ersten Band Life and Landscape of the Norfolk broads. Er wurde zweifellos von den französischen Impressionisten, insbesondere Monet, der sich für Holzschnitte begeisterte, sowie von dem englischen Maler Whistler, den Emerson persönlich kannte, beeinflusst.

1890, fünf Jahre vor der Entstehung dieses Bildes, schrieb Emerson in einer seiner theoretischen Schriften, dass er von der Auffassung, die Fotografie sei eine Kunst, abgekommen sei. Diese Stellungnahme überrascht, gilt Emerson doch als einer der Mitbegründer des Piktorialismus. Angesichts eines so vollendeten Werks wie Marsh Weeds, mag man jedoch die Aufrichtigkeit dieses Widerrufs bezweifeln.




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