Hippolyte Bayard
Stillleben mit Moulagen

Stillleben mit Moulagen
Hippolyte Bayard (1801-1887)
Stillleben mit Moulagen
1839-1840
Direktpositivabzug auf Papier
H. 12,2; B. 12,5 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Nature morte avec moulages [Stillleben mit Moulagen]


Bayard, der als Staatsbeamter im Finanzministerium arbeitete, interessierte sich schon früh für fotografische Verfahren. Er entwickelt ein Direktpositiv-Verfahren auf Papier, das jedoch von der Commission française du daguerréotype abgelehnt wird. Zu seinem Bedauern zieht ab 1839 Daguerres Verfahren die Aufmerksamkeit der Regierung und der Öffentlichkeit auf sich. Zur gleichen Zeit vermarktet Talbot in Groβbritannien das vielversprechende Negativ-Positiv-Verfahren, an dem sich Bayard erfolglos versucht hat. Sein Direktpositiv-Verfahren wird in Kürze ins Abseits geraten.
Trotz dieser Misserfolge entwickelt er sich zu einem perfekten Fotografen. Sein Interesse gilt insbesondere Straβenszenen, Bauwerken und Reproduktionen von Kunstwerken. Für seine Positivdirektbilder verwendet Bayard auch seine Sammlung von Gipsabgüssen. Er stellt sie in verschiedenen Anordnungen auf und setzt sich selbst bisweilen mit in Szene. Diese Gegenstände eignen sich ganz besonders, da sie auf Grund ihrer weiβen Farbe das Licht stark reflektieren und dem Fotografen zahlreiche Inszenierungsmöglichkeiten bieten. 1869 verwendet der Verleger Louis-Désiré Blanquart-Evrard (1802-1872) dieses Bild als erste Illustration für sein Werk Die Fotografie, ihre Ursprünge, ihre Entwicklung, ihre Veränderungen und würdigt den Autor als „den erfinderischsten und begabtesten unserer Fotografen“.




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