Charles Nègre
Paris, Markt

Paris, Markt im Hafen des Hôtel de Ville
Charles Nègre (1820-1880)
Paris, Markt im Hafen des Hôtel de Ville
Um 1850
Salzpapierabzug von Papiernegativ, mit Wachs behandelt
H. 15; B. 19,9 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Paris, Markt im Hafen des Hôtel de Ville

Paris, scène de marché au port de l'Hôtel de Ville [Paris, Markt im Hafen des Hôtel de Ville]


849 lässt sich Charles Nègre auf der Ile Saint-Louis in Paris am Quai de Bourbon 21 nieder. Er fotografiert zweifellos schon in Kürze die Umgebung. Seine ersten Fotografien dienen als Studien für seine Gemälde.
Ende Februar 1852 entdeckt der Kritiker Henri de Lacretelle im Atelier von Nègre Momentaufnahmen von Marktszenen. Bis heute sind sechs Stück bekannt. Und da man weiß, dass Nègre gewöhnlich Serien von ein- und demselben Motiv anfertigte, ist es wahrscheinlich, dass die Aufnahmen am selben Tag oder zumindest zur gleichen Epoche entstanden sind. Bei dem Bild, das Lacretelle später beschreiben wird, handelt es sich vermutlich um die Fotografie des Musée d'Orsay: „Er hat mit unglaublicher Kühnheit eine Marktszene aufgenommen, die sich auf dem Ufer gegenüber von seiner Wohnung abspielte. [...] Herrn Nègre ist in einer Hundertstelsekunde ein Meisterwerk gelungen, er hat das Leben selbst festgehalten”.
Durch das Flimmern entsteht der Eindruck von Bewegung, die an den kommenden Impressionismus erinnert. Der Fotograf war zweifellos an dem Ergebnis interessiert.
Nicht nur Lacretelle begeisterte sich für Nègres Bilder. Am 12. Februar 1853 schrieb Ernest Lacan: „[...] er versucht alles wiederzugeben und es gelingt ihm fast immer, dass die Konturen nicht durch die Bewegung verschwimmen”.




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