Paul Haviland
Rector's

Rector's
Paul Haviland (1880-1950)
Rector's
1909
Platinabzug
H. 11,7; B. 9,5 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay)

Rector's


Im Anschluss an die Begegnung mit Alfred Stieglitz (1864-1946), dem Begründer der amerikanischen pikturalistischen Bewegung Photo-Secession, widmet sich Paul Haviland ab 1908 regelmäßig der Fotografie. In seinen ersten Werken ist dieser Einfluss deutlich spürbar: verschwommene Figuren, unscharfe Konturen, die kaum aus dem Halbschatten heraustreten und von Whistlers Japonismus und Ästhetik geprägt sind.

Im Sommer 1909 fotografiert Haviland New York in der Nacht. Er folgt dabei der Tradition seiner Vorbilder: der Brite Paul Martin (1864-1942), der Autor von London by Gaslight (1896), und Stieglitz, der schon 1897 die amerikanische Metropole fotografierte.
Die Aufnahmen sind ein technisches Unterfangen und zeugen von Havilands Interesse für elektrische Beleuchtung, ein modernistisches Thema par excellence. In den meisten Fällen fotografiert er wie auch hier in die Richtung der Lichtquelle. Bei der Ansicht des Nachtclubs Rector's geht es ihm darum, gleichzeitig den Lichtkreis der Beleuchtung und die Spiegelung auf dem nassen Asphalt wiederzugeben. Sein tragbarer Apparat ermöglicht eine sehr kühne Bildeinstellung: der gesamte untere Bildteil wird von der Straße eingenommen. Durch die leicht schräge Linie der Gleise der Straßenbahn in der Mitte wirkt das Bild dynamisch.

Die Nachtbildreihe von New York kündet Havilands Übergang zu einer unverblümteren, der Momentaufnahme ähnlichen Ästhetik und seine Vorliebe für Geometrie an. Die Ansichten der Straßen, Dächer und des Hafens von New York der Jahre 1910-1914 sind ein beredter Beweis für diese Entwicklung.




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