Constant Alexandre Famin
Schäfer mit Herde

Schäfer mit Herde
Constant Alexandre Famin (1827-1888)
Schäfer mit Herde
1874
Albuminabzug auf Papier
H. 11,3; B. 17 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Berger et son troupeau [Schäfer mit Herde]


1881 präsentiert der Verlag Giraudon seine Bildreihe „Scène des champs“ [„Landszenen“], die für „Gelehrte und Künstler“ bestimmt ist: „Momentaufnahmen von Bauern und Bäuerinnen, Schnittern, Heuwenderinnen, Schäferinnen, Wäscherinnen, usw. Diese Sammlung, die ein Künstler in seinen Muβestunden zusammenstellte, ist auβerordentlich schön; sie ist eine kostbare Inspirationsquelle für Landschaftsmaler“.
Diese Beschreibung passt gut zu Famins Arbeiten. Der im Musée d'Orsay aufbewahrte Abzug Schäfer mit Herde gehörte zuerst dem Maler Théophile Chauvel (1831-1909). Die anderen bekannten Fotografien von Famin zeigen vor allem Landschaften und ländliche Szenen mit Bauern bei der Arbeit auf dem Feld und mit ihren Tieren. Die Abzüge sind als Arbeitsmaterial für Maler bestimmt und werden ergänzend zur direkten Beobachtung der Natur eingesetzt. Die Atmosphäre und Komposition des Bildes Schäfer mit Herde – die in der Mitte versammelten Tiere mit dem friedlichen Hirten – erinnern übrigens an so manches naturalistische Gemälde jener Zeit, insbesondere an Millet oder Troyon.
Dank dieser Gattung stellt sich ein Dialog zwischen Fotografie und Malerei ein. Der Fotograf, der wie Famin oftmals auch Maler ist, wird durch die Malerei seiner Epoche beeinflusst, auf die er wiederum Einfluss ausübt.




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