Charles Caron
Skulptur: Fragment eines Kopfes

Skulptur: Fragment eines Kopfes
Charles Caron (um 1850 in Beauvais tätig)
Skulptur: Fragment eines Kopfes
Um 1850
Papiernegativ
H. 21; B. 16,1 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Sculpture : fragment d'une tête [Skulptur: Fragment eines Kopfes]


Dieses Foto ist Teil eines Ensembles, das aus einem Album mit achtzehn Abzügen auf Salz- oder Albuminpapier besteht, auf denen Monumente der Umgebung von Beauvais abgebildet sind, und aus dreiundsechzig Papiernegativen, die die Grabungen der in der Nähe von Beauvais gelegenen galloromanischen Stätte Champlieu zeigen.
Die Grabungen beginnen im März und April 1850, werden einige Jahre unterbrochen und 1857 unter der Leitung der Commission des monuments historiques wieder aufgenommen. Im Laufe dieser zweiten Grabungen, die unter der Aufsicht von Viollet-Le-Duc, Mérimée und Saulcy durchgeführt werden, wird ein Theater freigelegt, das vermutlich aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammt.
Das Bild ist charakteristisch für die Anfänge der archäologischen Fotografie. Es zeugt von der damaligen Vorliebe für Nahaufnahmen, die man auch bei den berühmten archäologischen Fotografen jener Zeit – Auguste Salzmann (1824-1872) und Théodule Devéria (1851-1871) - erkennen kann.
Der wissenschaftliche Ansatz schließt indes eine poetische Dimension bei der Aufnahme dieses Fragments, das den Kopf einer jungen Frau darstellt, nicht aus. Obwohl man nicht mit Gewissheit feststellen kann, ob diese Aufnahme bei den ersten oder zweiten Grabungen entstand, handelt es sich vermutlich um einen Überrest des Theaters. Emile Esperandieu, der 1915 ein Werk über die Ruinen von Champlieu veröffentlichte, erkennt in dem mit einem Lorbeerkranz geschmückten Kopf Ariane.




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