Anonym
Schlafende Hirtin

Schlafende Hirtin
Anonym
Schlafende Hirtin
Um 1865
Albuminabzug auf Papier von Kollodium-Nassplatte
H. 11; B. 17cm
© Musée d'Orsay, dist RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Bergère endormie [Schlafende Hirtin]


Der Name dieses Fotografen ländlicher Szenen ist bisher noch nicht bekannt. Er war anscheinend ausschließlich von Adolphe Giraudon, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Reproduktion von Werken oder wie hier von Unterlagen für Künstler verlegt worden. In den 1870er Jahren wurde durch Millet und die Barbizon Schule diese Art von Sujet bei den Malern beliebt und die Verleger schickten sich an, ihnen fotografische Modelle zu liefern, die sich wiederum an gemalten Vorlagen anlehnten: Hirtin, Mädchen beim Heu machen, Bauer mit Pflug, Schafe, Bauernhöfe...

Das Werk dieses anonymen Fotografen zeichnet sich durch seine poetische Schönheit aus. Giraudon hat zweifellos Aufnahmen von einem Fotografen erworben und verlegt, der vor seiner Zeit tätig gewesen war. Denn die Technik – die Kollodium-Nassplatte, die dank ihrer Transparenz prächtige Lichteffekte ermöglicht – ist 1875, als Giraudon seine Werkstatt eröffnet, schon überholt.
Das Musée d'Orsay besitzt mehrere Aufnahmen desselben Künstlers, die aus der Sammlung des Malers Théophile Chauvel stammen. Darunter befinden sich Reisigbündel tragende oder im Heu sitzende Bäuerinnen, doch diese Hirtin, die es sich im Gras neben ihren Schafen bequem gemacht hat, fügt diesen ländlichen Sujets eine leicht sinnliche Note hinzu.




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