Edward Steichen
Sunday Night on 40th Street

Sunday Night on 40th Street
Edward Steichen (1879-1973)
Sunday Night on 40th Street
1950, Aufnahme von 1925
Silberabzug
H. 42,2; B. 34,6 cm
© Estate of Edward Steichen

Sunday Night on 40th Street


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehört Edward Steichen der Gruppe Photo-Secession an, die Alfred Stieglitz 1902 zur Förderung des Piktorialismus in den Vereinigten Staaten gründete. Für seine Porträts, Landschaften oder Akte erfand Steichen meisterhafte Bildeinstellungen und fertigte hervorragende Abzüge mit dem Gummi-Bichromatverfahren an.
Während des ersten Weltkriegs diente er in der Luftfahrt als Funker der Nachrichten für die Alliierten. Diese Erfahrung beeinflusst seine Fotografie nachhaltig. Sie wird präzise, klar und weicht deutlich von der Unschärfe der Piktorialisten ab und ist wegbereitend für die Moderne. Er ist nicht der Einzige. Zur gleichen Zeit entwickeln andere Mitglieder der Photo-Secession , insbesondere Alfred Stieglitz und Paul Strand, die straight photography (reine Fotografie).
Nach seiner Rückkehr von der Front widmet sich Steichen der Modefotografie und Porträts von berühmten Schauspielern. Bald langweilt ihn jedoch die seiner Meinung nach monotone Tätigkeit und er interessiert sich für die zeitgenössische Architektur New Yorks.

Mit dieser Nachtaufnahme, die von seinem Studio aus entstanden ist, knüpft Steichen an die berühmten Hell-Dunkel-Effekte und die Vertikalität seiner Darstellungen von Rodins Balzac an. Man wird auch an jene Fotografien erinnert, die Stieglitz 1927 vom Fenster des Shelton Hotels aus aufnahm. Stieglitz ging es indes darum, Zeugnis von den Veränderungen seines Viertels abzulegen, was für Steichen gar nicht zutrifft. Letzterer bemüht sich nur darum, anhand der orthogonalen, schmucklosen Silhouetten der Wolkenkratzer ausdrucksstarke, entschieden moderne Bilder zu schaffen.




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