Edward Steichen
The Pool

The Pool
Edward Steichen (1879-1973)
The Pool
1903
Fotomechanischer Abzug (Fotogravüre) auf Japanpapier, von Originalnegativ
H. 20,3; B. 15,3 cm
© Estate of Edward Steichen

The Pool


1898 führt Steichen eine Fotoserie von Wäldern in der Morgendämmerung oder bei sehr leuchtendem Licht in der Abenddämmerung aus: „Welch schöner Augenblick, wenn die Dinge im Licht der Abenddämmerung verschwinden und ineinander übergehen zu scheinen und das Bild von einem Gefühl von Frieden umhüllt wird”, schreibt er 1901.
Die Landschaften, auf denen man so gut wie nie den Himmel sieht und die eine Art abstrakte Tapisserie bilden, werden durch die schmächtigen Stämme der Bäume gegliedert. Die damaligen Kunstkritiker vergleichen diese Bilder ganz selbstverständlich mit der Kunst von Whistler. Von letzterem haben sie die geheimnisvollen und ausgewogenen Farbtöne, doch sie erinnern auch an die Wandmalereien von Puvis de Chavannes, die „heiligen Wälder” der Nabis, und künden die Wälder, die Klimt um 1901 malen wird, an.

The Pool erweckt schon 1901 das Interesse von Charles Caffin, einem der besten amerikanischen Kritiker. Jener erkennt sogleich den Einfluss der japanischen Kunst, die derzeit in Europa und in den Vereinigten Staaten sehr beliebt ist. Sie kommt hier durch die Neigung des Künstlers zu Schlichtheit, dekorativer Abstraktion, Asymmetrie und die Vorliebe für Leere zum Ausdruck: „Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass die Japaner, deren Kunst unseres Wissens nach höchst abstrakt ist, da sie auf einer jahrhundertealten Tradition beruht und eine maximale Suggestivkraft erreicht hat, unter anderem die Technik einer flächigen Perspektive beherrschen. [The Pool] ist zweifellos ein sehr typisches Beispiel für die Verbindung von Flächigkeit und zarten Farbtönen...”.




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