Léon Gimpel
Gletscher

Gletscher
Léon Gimpel (1873-1948)
Gletscher
1911
Autochrom
H. 15; B. 21 cm
© DR - Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Eiszacken des Gletschers Bossoms supérieurs, August 1911

La Mer de Glace [Gletscher]


Im Jahr 1904 entwickeln die Brüder Lumière das erste fotografische Verfahren mit Farbwiedergabe: das Autochrom. Sie hatten die Idee, winzig kleine Körner aus Kartoffelstärke, die mit einer der Primärfarben eingefärbt waren – Blau, Gelb und Violett -, als Filter zu verwenden. Aber durch die Filter wurde die Belichtungszeit beträchtlich verlängert, mehrere Jahre lang beschränkt sich diese Technik nur auf leblose Motive.
Sobald die Entdeckung in L'Illustration veröffentlicht wird, nimmt Léon Gimpel, ein erfinderischer Fotoreporter, der für diese Zeitung arbeitet, mit den Erfindern Kontakt auf und leitet einen regen Briefwechsel ein. Er wird zu einem herausragenden Meister der Technik des Autochroms und bemüht sich, das Verfahren zu vervollkommnen.

Im Laufe eines Aufenthalts in den Alpen 1907 bemerkt Gimpel, dass die Helligkeit des Eises der Farbe wegen ein fotogenes Motiv par excellence bietet. Dem Schwarz-Weiß-Verfahren fehlte „die fantastische blaue Farbe [...] und das Glitzern der Millionen Facetten des Eises“.

Diese Ansicht gehört zu einer Serie aus dem Jahr 1911. Sie besticht durch ihre Genauigkeit, die man bei Autochromen nur selten antrifft. Gimpel beweist hier auch, dass er die Raumaufteilung meisterhaft beherrscht. Dieses Element war schon in seinen Schwarz-Weiß-Bildern präsent.




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