Jean-François Millet
Ein Kornschwinger

Ein Kornschwinger
Jean-François Millet (1814-1875)
Ein Kornschwinger
Zwischen 1814 und 1875
Replik, Öl auf Holz
H. 79,5; B. 58,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Un Vanneur [Ein Kornschwinger]


Dieses Gemälde ist die spätere Variante eines Gemäldes, das Millet 1848 unter dem gleichen Titel auf dem Salon präsentierte und das von Ledru-Rollin, dem damaligen Innenminister der jungen Zweiten Republik, erworben wurde. Millet gab seiner Kunst hiermit eine neue Richtung. Er gab mythologische und pittoreske Motive zugunsten seines neuen Helden: des Bauern, auf.

Der Korbschwinger wird hier bei seiner Arbeit erfasst, seine Geste wird genau beobachtet. Er hebt die Korbschwinge mit seinem Knie hoch, schüttelt das Korn, dadurch wirbeln unzählige Pailletten in der Scheune auf, die dem Gemälde eine goldene Atmosphäre verleihen. Die ganze Kunst Millets ist hier gegenwärtig, seine Vereinfachungen, seine stark reduzierten Farbabstufungen, seine herausragenden Schattierungen und Valenzverhältnisse und insbesondere seine großen geistigen Figuren wie die Allegorien.

Das Gemälde war 1848 Gegenstand zahlreicher Kommentare. Gautier ist tonangebend: „Es ist unmöglich“, schrieb er, „sich etwas Raueres, Unzugänglicheres, Schwieriges, Roheres vorzustellen“, und er fügt hinzu „und doch weist dieser Mörtel, dieser verschwenderische Farbauftrag eine herausragende Palette auf, zarte, warme Abstufungen, wenn man drei Schritte zurücktritt. Dieser Kornschwinger […] biegt sich meisterhaft“. In dieser späteren Version betont Millet die Anstrengung des Bauern noch durch die gebogene Körperhaltung. Courbet bewunderte dieses Gemälde sehr und es inspirierte ihn gewiss zu dem im folgenden Jahr entstandenen Bild Die Steinklopfer (das Werk wurde durch die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zerstört).




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