Paul Cézanne
Achille Emperaire

Achille Emperaire
Paul Cézanne (1839-1906)
Achille Emperaire
Zwischen 1867 und 1868
Öl auf Leinwand
H. 200; B. 120 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Achille Emperaire


Der zehn Jahre ältere Maler Achilles Emperaire stammte wie Cézanne aus Aix. Sie lernten sich im Pariser Atelier von Charles Suisse Anfang der 1860er Jahre kennen und waren wenigstens zehn Jahre lang freundschaftlich verbunden.

Gerührt erinnert sich Cézanne an den Freund seiner ersten frühen Künstlerjahre: „Er war ein äußerst begabter Junge, der mit der Kunst der Venezianer sehr vertraut war. Seine Kunst stand der ihren in nichts nach!“ Leider hatte der Arme kein Glück, er brachte es zu keinerlei Ansehen und heutzutage sind uns nur einige wenige Werke dieses ungestümen Künstlers erhalten.

Ein Zeitgenosse berichtet, dass Cézanne vor diesem Bildnis von Achille zwei Kohlezeichnungen realisiert hatte, auf denen „der herrliche Kopf eines Reiters im Stile Van Dycks“ zu sehen ist, man spürt „das Feuer seiner Seele, die Nerven aus Stahl, den Stolz, der von dem missgestalteten Körper ausgeht […], eine Mischung zwischen Don Quichotte und Prometheus".

Auf dem Gemälde indes bringt Cézanne das kränkliche Wesen und die missgestaltete Silhouette von Emperaire stärker zur Geltung. Das Porträt ist zwar nicht keine Karikatur, aber angesichts des monumentalen Formats, der Vorderansicht des Modells, seiner majestätischen Haltung und der auffälligen Inschrift, wo der Maler mit den Begriffen Empereur (Kaiser)/Emperaire spielt, klingt deutlich große Ähnlichkeit mit Napoleon I. auf dem Kaiserthron von Ingres an.

Der Maler löst sich hier vom Realismus eines Courbet oder Manet und geht zu einem in gewisser Weise rohen Romantismus über, der den Höhepunkt dieser Epoche, die der Künstler selbst als « couillarde » („Schleudermanier“) bezeichnet, darstellt.




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