Constantin Meunier
Im schwarzen Land

Im schwarzen Land
Constantin Meunier (1831-1905)
Im schwarzen Land
Um 1893
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 94,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Au pays noir [Im schwarzen Land]


Der Gemäldetitel, Im Schwarzen Land, nimmt den Beinamen, des Borinage, einer Industrielandschaft westlich der Stadt Mons in der belgischen Provinz Hennegaun, auf. Im 19. Jahrhundert verändert sich diese Gegend auf Grund des Abbaus von Steinkohle, der Ansiedlung von Fabriken und Bergarbeitersiedlungen.
Das Ergebnis ist erschreckend trostlos. Die verstreut in der zerstörten Landschaft aufragenden Kamine stoßen dicke, schwarze Rauchwolken in den dunklen Himmel aus. Auf den düsteren Hügeln der Halden türmen sich Erdmassen vor dem Horizont. Keine menschliche Figur belebt die erbarmungslose Einsamkeit der mit ziegelroten Industrieanlagen gespickten Ebene.

Meunier stellt diese unerbittliche, entsetzliche und zugleich faszinierende Landschaft von einem erhöhten Standpunkt aus dar. Dadurch hat er eine weite Sicht über die Gegend. Der Bildaufbau beruht auf zwei Linien, die sich diagonal schneiden: die quer verlaufende Stange des Holzviadukts und der Einschnitt zwischen zwei Halden, in dem ein Zug auftaucht. Dieses Dreiecksschema wiederholt sich in den Linien der Hügel.
Die Farbe wird im Stil der Neoimpressionisten mit fragmentierten Pinselstrichen aufgetragen. Die fahle braun-schwarze und braun-gelbe Palette wird durch das Rot des Ziegelsteins belebt.

1896 richtet Siegfried Bing für Meunier in seiner Galerie "L'Art Nouveau" eine Einzelausstellung aus. Sie umfasst Ensembles aus Bronze, Gips, Pastelle und Zeichnungen sowie vier Gemälde, darunter dieses hier. Die Presse ist begeistert und hebt hervor, dass dieses Bild den Hintergrund für seine ergreifenden Bergarbeiterskulpturen bildet.




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